/un Fühle mich geehrt, aber… überlegt, wie der dramaturgische Bogen gespannt werden kann, wenn Rooooooooderick brav wird und ins leere Mittelalter-Hausen geht.
Rockerick
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Roderick fummelt lange mit gesenktem Blick an einem Stück seines Handschuhs, hebt dann schließlich den Blick und schaut Kalle an. Ich… meint Ihr das Ernst?
Stumm nimmt Roderick den Schlauch entgegen. Der Alkohol rinnt wärmend seine Kehle hinab. Er begreift noch nicht, warum dieser Bauer nett zu ihm ist. Weder hat er Angst vor ihm, noch hat er eine Bezahlung dafür bekommen. Argwöhnisch spuckt er ein Stück Braten vor sich auf den Waldboden.
Ihr macht euch lustig über mich. Meine Niederlage.
Kaum etwas fiel Roderick je so schwer, als sich jetzt, den Blick starr auf den Mann zu richten, langsam zu setzen. Kurz flammt alter Hass in ihm auf. Ein von Gebuehrenfels wird nicht gebeten, sich zu setzen. Von einem Bauerntölpel. Ein von Gebuehrenfels setzt sich und wirft den anderen die Krümel hin. Aber ein von Gebuehrenfels… ist er auch nicht mehr. Er lässt sich also auf einen der anderen Steine sinken, Kalle aus dem Augenwinkel weiter misstrauisch beäugend. Er nimmt sich ein Stück Braten.
Ohne mich wäre Wellensteyn schon vor vielen Jahren von einer seiner Mägde im Schlaf erdrosselt worden. Der Hundesohn hat nicht einmal die Kraft, mit der Faust einen Wurm zu zerdrücken. Aber um Kraft und Ehre geht es bei Macht nicht. Er kaut mittlerweile bedächtig auf einem Stück Brot… Nach mir kam direkt der nächste arme Wurm, der von seiner Familie als Schoßhund an ihn verkauft wurde. Seine Tentakel reichen weit. Deshalb muss ich mich in Acht nehmen und lebe hier wie… wie ein ängstliches Reh, gejagt von den Männern, gejagt von den Wölfen, denkt er sich. Spricht es aber nicht aus - der letzte Funke Stolz lässt das nicht zu.
Roderick zieht langsam die Hand vom Schwertgriff, lässt den Mann aber nicht aus den Augen, die misstrauisch zusammengekniffen sind. Kalle von der alten Mühle… murmelt er. Sein Blick wandert vom Stock, den sein Gegenüber fest in der Hand hält, zum Proviant, den er ihm mit der anderen hinhält. Er will danach grabschen, hält sich aber zurück, obwohl sein Magen beim Anblick des kalten Bratens tobt. Wellensteyn… PAH! Diese Made von einem Herren hat er hält kurz inne eine Belohnung auf meinen Kopf ausgesetzt, nachdem ich ihm vom Ausgang des Kampfes um Hausen berichtete. Glücklicherweise sind die Soldaten bei Hofe genauso nutzlos, wie in der Schlacht, und ich konnte fliehen.
Erneut schaut er gierig auf den Proviantbeutel.
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Nachdem die Kräuterfrau seine Wunden verarztet hat, rafft Roderick sich auf und verlässt hastig und ohne sich umzublicken das Dorf. Kurz überlegt er, sich auf eine Schiff abzusetzen, schlägt dann aber den Weg zur Burg seines Herren ein, um ihm die Nachricht zu überbringen…
In Roderick tobt ein Kampf. Wut, Angst, Hass und… der Wunsch, am Leben zu bleiben, rauschen wild durch seine Adern, als er den kalten Stahl in seinem Nacken spürt. Regungslos bleibt er auf dem Boden liegen. Ist es nun an der Zeit, sich für den verrückten Wellensteyn zu opfern? Den, der täglich nach zwei rollenden Köpfen schreit? Nein. Roderick ist eigentlich kein Feigling, aber auch nicht lebensmüde. Er öffnet seine zu Fäusten geballten Hände und lässt seine angespannten Glieder locker. Seine Körperhaltung signalisiert, dass er sich dem Sieg des Gegners beugt.
Ihr… habt gewonnen. Habt Gnade. Auch ich folge nur Befehlen.
Als der Tritt ihn trifft, hofft Roderick kurz, dass seine Rüstung ihn auf den Beinen hält. Vergebens. Der Stiefel trifft ihn auf Höhe der Kniescheibe, das Bein knickt nach hinten weg und Roderick stürzt nach vorn, durch die Rüstung so eingeschränkt, dass er wie ein Stein zu Boden fällt. Er schmeckt Blut in seinem Mund und stöhnt laut auf.
Wütend zieht Roderick sein Kurzschwert aus dem Gürtel. Das Erbstück seines Vaters! Zerbrochen! Seine Rüstung verhindert jede Beweglichkeit. Er kämpft plötzlich wie ein Junge, der noch nie eine Waffe geführt hat. Sich darüber klar werdend, versucht er sich wutentbrannt und mit hochrotem Kopf, berserkerartig, mit seinem ganzen Gewicht auf Kalle zu werfen.
Roderick pariert den Schwertschlag mehr schlecht als recht, versetzt Stiegl aber seinerseits einen festen Hieb. Stiegl ist stark. Er hat einige Bewohner dieses Dorfes wirklich unterschätzt. Knurrend zischt er Noch so ein halbstarker… du wirst dem Mönch ins Grab folgen, und dieser Kalle von der Mühle ebenfalls!
/un ich auch, hat Kalle mir zugesagt.
Der elende Mönch wurde von meinem Schwert durchbohrt!
Roderick steht nun @KalleGrabowski@lemmy.world gegenüber. Seine Leute sind tot oder geflohen. Drecksfeiglinge. Roderick ist nicht so einfach niederzuringen, wie dieses schwächliche Pack. Schlimm genug, dass diese Bauerntölpel ihnen, den Kämpfern des Wellys, solch eine Schmach bereiten konnten.
Er lässt seinen schweren Bihänder auf Kalle herabsausen, der sich zwar gekonnt zur Seite drehen kann, aber er hinterlässt trotzdem eine blutige Schnittwunde auf dem Oberarm des Bauern. Made! Das sollst du büßen!
/un Hömma! Du kannst doch nicht um 20 Uhr schon den Endkampf einläuten und mir meine letzten zwei Leute nehmen! Frechheit.
FEIGLING brüllt Roderick dem Boten nach
Blutdurchtränkt funkelt Roderick den eitel angezogenen Boten an. Drei seiner Leute liegen bereits tot auf dem Boden. Schnapp dir ein Schwert, statt dumme Reden zu schwingen, du Wurm! Wir wurden in einen Hinterhalt gelockt! Der Herr hat mir nur Idioten zur Seite gestellt!
Roderick sieht den Kämpfer am gegenüberliegenden Ende des Marktplatzes aus dem Schatten erscheinen. Bald werden sich ihre Klingen kreuzen. Er hat ihn ins Auge gefasst und arbeitet sich langsam, aber stetig auf ihn zu.
Der Kämpfer sackt zu Boden.



Roderick starrt weiter lange vor sich hin. Sein Blick verliert sich zwischen den Bäumen. Als Kalle nach einer Weile kurz austreten geht und zu den Steinen zurückkommt, ist Roderick verschwunden. Ebenso ein kleiner Teil des übrig gebliebenen Proviants.