Adelheid stapft mit ihrem Gehstock über den Dorfplatz. Unter dem Arm trägt sie eine raschelnde Plastiktüte, in der anderen Hand ein großes grünes Gurkenglas.
So. Da bin ich wieder.
Mein Handy wollte plötzlich ein Passwort. Ich hab ihm fünf Monate Zeit gegeben, sich das noch mal zu überlegen. Hat es nicht.
Sie wischt mit einem Taschentuch über ihre alte Parkbank, betrachtet kritisch eine Delle und setzt sich genau hinein.
Wer hat hier gesessen?
Ich hab eben in diese Dorfgruppe geguckt. Türen, Tiktok, Smashbooks, Hausaufgabenhefte. Das Dorf hat ohne mich offenbar weitergemacht, aber nur knapp.
Adelheid stellt das Gurkenglas neben sich und faltet die Hände über dem Stock.
Ab heute halte ich hier wieder Sprechstunde. Wer Liebeskummer, kaputte Geräte, Ärger mit Jugendlichen oder Fragen zur richtigen Entsorgung von Gurkengläsern hat, kommt zu mir.
Tee oder Kuchen sind als Bezahlung erlaubt. Fleisch auch. Vegan nur, wenn Dorothea darauf besteht.
Sie öffnet das Glas und hält eine Gurke hoch.
Also. Wer möchte eine Gurke und erzählt mir, was hier passiert ist?
Früher hat man Rückkehrer übrigens begrüßt. Ich warte.


Scheint darüber nachzudenken was Adelheid gesagt hat.
Nun,ich glaube ich bin einfach etwas alt geworden und mit dem Alter wird man ja bekanntlich ruhiger. Das Fernweh hat nachgelassen,aber es ist noch da. Ich verreise immernoch gern,nur habe ich diesmal nicht vor,länger als ein,zwei Monate an einem Ort zu bleiben,ehe ich wieder nach Hause zurückkehre. Und sooft in den Urlaub fliegen möchte ich sowieso nicht mehr,ich glaube da reicht mir einmal im Jahr.
Schaut Adelheid neugierig an.
Aber,wenn ich so fragen darf,treibt es sie wirklich nie mal in die Ferne? Wird es ihnen nicht manchmal langweilig,immer nur am selben Ort zu bleiben? Immer die selben Häuser,immer die selben Gesichter,immer die gleichen Themen,wird das nicht auf die Dauer etwas…wie sagt man,redundant?