Alena steht vor dem Stoffwechsel in Hausen und schaut noch einmal kurz auf ihr Spiegelbild in der Scheibe. “Okay komm, ich mach jetzt einfach. Nicht rumstehen wie bestellt und nicht abgeholt.” Sie tritt ein. Hallo, ich bin die Alena, ich bin heute fürs Praktikum hier.


Oh mein Gott, danke, das voll lieb von dir. Sie lacht leise und ihre Augen leuchten neugierig. Ja, wir kennen uns aus dem Café. Ich wollte unbedingt mal hier reinschnuppern, Stoffwechsel, sagt Papa, ist halt schon irgendwie iconic für Hausen. Ich bin so ready wie man halt ist, wenn man null Plan hat, aber mega Bock.
Also. Das hier ist der Verkaufsbereich. Stacy geht zwischen den Stangen durch. Alles, was hier hängt, ist fertig. Also gewaschen, kontrolliert und so. Wenn du neue Sachen einräumst, achte einfach drauf, dass die Bügel alle gleich hängen und nichts so reingequetscht ist. Es soll entspannt aussehen, nicht wie so ein überfüllter Laden. Sie zeigt auf die verschiedenen Bereiche. Hosen sind da, Oberteile da, Jacken und Mäntel hinten. Genauso wie Kleider und Einteiler. Sie läuft weiter nach hinten zu den Umkleiden und zieht einen Vorhang ein Stück zur Seite. Hier sind die Umkleiden. Und da drin ist ein Knopf sie deutet neben den Spiegel wenn Kunden Hilfe brauchen, drücken sie den und dann klingelt es vorne an der Kasse. Sie lässt den Vorhang wieder los. Dann gehst du einfach hin und fragst, ob alles passt, sie Hilfe brauchen oder ob sie was anderes wollen. Mehr nicht. Sie geht weiter zu einer Tür und öffnet sie kurz. Das ist mein Arbeitszimmer. Drinnen steht der Tisch mit der Nähmaschine, Stoffe, angefangene Sachen und so weiter und so fort… Der kleine Tisch mit der elektronischen Herdplatte und dem Mini-Kühlschrank drunter. Hier bearbeite ich alles. Wenn irgendwas kaputt ist oder neu reinkommt, legst du es einfach hier rein. Ich guck mir das dann an. Oh, so Second-Hand Sachen kannst du natürlich selber durchgucken. Ich nehme mal an du weißt was man verkaufen kann und was nicht. Ach und wenn du das essen willst kannst du dich am Kühlschrank bedienen!! Sie schließt die Tür wieder und geht zurück zum Tresen. Hier ist die Kasse. Und hier hörst du auch die Klingel von den Umkleiden. Ja, das war’s eigentlich… Sonst eigentlich nur Leute begrüßen und beraten bisschen Ordnung halten und aufmerksam sein,. Wenn nichts los ist, kannst du Sachen sortieren oder neu aufhängen. Oder du suchst mir ein Outfit raus und wir testen mal ein bisschen dein Mode-Wissen?!
Alena läuft Stacy aufmerksam hinterher, ihre Augen wandern von Kleiderstange zu Kleiderstange Okay, das ist irgendwie mehr als nur bisschen Klamotten hinhängen. Sie nickt eifrig Also Bügel gleich, nichts quetschen, entspannt aussehen lassen. Nicht wie Wühltisch bei Primark. “Bitte merk dir das alles, bitte vergiss nicht die Hälfte in fünf Minuten.” Als Stacy den Vorhang bei den Umkleiden zur Seite zieht, schaut Alena kurz hinein, als wäre das ein geheimer Raum. Und wenn jemand klingelt, geh ich hin und frag ganz normal ob alles passt oder ich was anderes bringen soll. Okay. Sie wirft einen neugierigen Blick ins Arbeitszimmer mit der Nähmaschine. Das sieht voll kreativ aus da drin. Irgendwie cozy. Ich fass auch nix an ohne zu fragen. Zurück an der Kasse bleibt sie stehen und atmet einmal tief durch. Leute begrüßen, beraten, bisschen Ordnung halten. Klingt machbar. Also, machbar-ish. Mode-Wissen testen klingt aber gefährlich. Ich habe nur wenige Sachen die ich immer gleich kombiniere.
Dann wird’s Zeit Neues auszuprobieren, oder?! Man muss nicht immer mit den Trends mitgehen. Es ist gut wenn man seinen eigenen Stil hat. Aber immer das selbe tragen schreit: booooooriiiinngg
Alena verschränkt kurz die Arme, denkt nach und schaut sich zwischen den Stangen um. Okay ja, ich fühl das. Eigener Stil. “Bitte sag jetzt nichts komplett Hässliches.” Was wär mit so einer hellen Wide-Leg Jeans, dazu ein enges schwarzes Basic-Top und darüber ein oversized Blazer in so Beige oder Grau? Und dann chunky Boots oder cleane Sneaker. Sie grinst und dreht einen Kleiderbügel um, damit dieser richtig hängt. Weite Stoffhose, cropped Strickpulli in so warmem Ton und auffällige Ohrringe. Das wäre auch ein schickes Outfit für hier. Darf ich es mal testen, bevor ich weiter boring rumlaufe?
Ja… Stacy nickt. …das kann gut zusammen funktionieren… Klar kannst du dich ausprobieren!! You go Girl!!
Alena atmet einmal tief durch. “Ich tu einfach so, als wär ich schon immer hier gewesen.” Sie dreht ein paar Kleiderbügel gerade, streicht über einen Blazerärmel und hängt ein Oberteil etwas weiter auseinander, damit es nicht so gedrängt wirkt. Zwischendurch schaut sie kurz zu Stacy, ob sie alles richtig macht. Ist das so besser, wenn die Farben ein bisschen von hell nach dunkel laufen? Das wirkt irgendwie ruhiger fürs Auge, oder? Alena geht ein paar Schritte weiter, sammelt zwei Teile vom Tresen ein und legt sie ordentlich zurück an ihren Platz. Dabei summt sie leise Nuttööö von SSIO. Ich glaub ich versteh langsam, was du meinst mit eigener Stil und trotzdem Struktur. Das fühlt sich fast an wie Zimmer aufräumen, aber in cool. “Okay, vielleicht hab ich doch bisschen Spaß daran.” Sie stellt sich kurz neben Stacy, hält einen Pulli hoch und schaut fragend. Der hier nach vorne oder eher zu den cozy Sachen?
Als Stacy hört wie Alena eine Melodie SSIO summt, schaltet Stacy die Bluetooth Box ein. Wenige Sekunden später beginnt “Nullkommaneun” zu spielen und Stacy singt: …NUTTE ICH BIN DER ERSTE MIT INHALT UND MESSAGE ES GEHT UM DROGEN, HUREN UND IMMER UM MECCES… während sie weiter singt und Alena bei ihrer Arbeit beobachtet, lächelt sie zufrieden. Das macht sie ganz gut. Ja man, wie Zimmer aufräumen, ohne nervige Vanjas die dir sagen, dass die Musik zu laut oder zu assi ist!! Als Alena ihr den Pulli zeigt zuckt sie mit den Schultern. Was denkst du?!
Ich würde den zu den anderen Cozy Pullis legen. Ich habe ein ähnliches Modell dort bereits liegen sehen. ^du hörst SSIO?* ich habe ein cooles Foto von ihm. Möchtest du das mal sehen? Alena kramt ihr Handy hervor.