Alena steht vor dem Stoffwechsel in Hausen und schaut noch einmal kurz auf ihr Spiegelbild in der Scheibe. “Okay komm, ich mach jetzt einfach. Nicht rumstehen wie bestellt und nicht abgeholt.” Sie tritt ein. Hallo, ich bin die Alena, ich bin heute fürs Praktikum hier.


Alena läuft Stacy aufmerksam hinterher, ihre Augen wandern von Kleiderstange zu Kleiderstange Okay, das ist irgendwie mehr als nur bisschen Klamotten hinhängen. Sie nickt eifrig Also Bügel gleich, nichts quetschen, entspannt aussehen lassen. Nicht wie Wühltisch bei Primark. “Bitte merk dir das alles, bitte vergiss nicht die Hälfte in fünf Minuten.” Als Stacy den Vorhang bei den Umkleiden zur Seite zieht, schaut Alena kurz hinein, als wäre das ein geheimer Raum. Und wenn jemand klingelt, geh ich hin und frag ganz normal ob alles passt oder ich was anderes bringen soll. Okay. Sie wirft einen neugierigen Blick ins Arbeitszimmer mit der Nähmaschine. Das sieht voll kreativ aus da drin. Irgendwie cozy. Ich fass auch nix an ohne zu fragen. Zurück an der Kasse bleibt sie stehen und atmet einmal tief durch. Leute begrüßen, beraten, bisschen Ordnung halten. Klingt machbar. Also, machbar-ish. Mode-Wissen testen klingt aber gefährlich. Ich habe nur wenige Sachen die ich immer gleich kombiniere.
Dann wird’s Zeit Neues auszuprobieren, oder?! Man muss nicht immer mit den Trends mitgehen. Es ist gut wenn man seinen eigenen Stil hat. Aber immer das selbe tragen schreit: booooooriiiinngg
Alena verschränkt kurz die Arme, denkt nach und schaut sich zwischen den Stangen um. Okay ja, ich fühl das. Eigener Stil. “Bitte sag jetzt nichts komplett Hässliches.” Was wär mit so einer hellen Wide-Leg Jeans, dazu ein enges schwarzes Basic-Top und darüber ein oversized Blazer in so Beige oder Grau? Und dann chunky Boots oder cleane Sneaker. Sie grinst und dreht einen Kleiderbügel um, damit dieser richtig hängt. Weite Stoffhose, cropped Strickpulli in so warmem Ton und auffällige Ohrringe. Das wäre auch ein schickes Outfit für hier. Darf ich es mal testen, bevor ich weiter boring rumlaufe?
Ja… Stacy nickt. …das kann gut zusammen funktionieren… Klar kannst du dich ausprobieren!! You go Girl!!
Alena atmet einmal tief durch. “Ich tu einfach so, als wär ich schon immer hier gewesen.” Sie dreht ein paar Kleiderbügel gerade, streicht über einen Blazerärmel und hängt ein Oberteil etwas weiter auseinander, damit es nicht so gedrängt wirkt. Zwischendurch schaut sie kurz zu Stacy, ob sie alles richtig macht. Ist das so besser, wenn die Farben ein bisschen von hell nach dunkel laufen? Das wirkt irgendwie ruhiger fürs Auge, oder? Alena geht ein paar Schritte weiter, sammelt zwei Teile vom Tresen ein und legt sie ordentlich zurück an ihren Platz. Dabei summt sie leise Nuttööö von SSIO. Ich glaub ich versteh langsam, was du meinst mit eigener Stil und trotzdem Struktur. Das fühlt sich fast an wie Zimmer aufräumen, aber in cool. “Okay, vielleicht hab ich doch bisschen Spaß daran.” Sie stellt sich kurz neben Stacy, hält einen Pulli hoch und schaut fragend. Der hier nach vorne oder eher zu den cozy Sachen?
Als Stacy hört wie Alena eine Melodie SSIO summt, schaltet Stacy die Bluetooth Box ein. Wenige Sekunden später beginnt “Nullkommaneun” zu spielen und Stacy singt: …NUTTE ICH BIN DER ERSTE MIT INHALT UND MESSAGE ES GEHT UM DROGEN, HUREN UND IMMER UM MECCES… während sie weiter singt und Alena bei ihrer Arbeit beobachtet, lächelt sie zufrieden. Das macht sie ganz gut. Ja man, wie Zimmer aufräumen, ohne nervige Vanjas die dir sagen, dass die Musik zu laut oder zu assi ist!! Als Alena ihr den Pulli zeigt zuckt sie mit den Schultern. Was denkst du?!
Ich würde den zu den anderen Cozy Pullis legen. Ich habe ein ähnliches Modell dort bereits liegen sehen. ^du hörst SSIO?* ich habe ein cooles Foto von ihm. Möchtest du das mal sehen? Alena kramt ihr Handy hervor.
Stacy nickt zufrieden. Dann häng den Pulli dahin!! Oha?! Zeig mal!!
Das war Anfang Februar gewesen. Bin dieses Jahr auch auf einem Konzert von ihm.