Alena steht vor dem Stoffwechsel in Hausen und schaut noch einmal kurz auf ihr Spiegelbild in der Scheibe. “Okay komm, ich mach jetzt einfach. Nicht rumstehen wie bestellt und nicht abgeholt.” Sie tritt ein. Hallo, ich bin die Alena, ich bin heute fürs Praktikum hier.
Stacy runzelt leicht irritiert die Stirn, als Alena reinkommt und hängt das Oberteil wieder auf die Kleiderstange. Jaaa, ich weiß… Wir kennen uns aus dem Café, oder?! Schön, dass du da bist. Ihr Blick wandert einmal prüfend über Alenas Outfit. Du hast auf jeden Fall schonmal ein nices Outfit an!! Das ist hier Grundvoraussetzung. Wie soll man Leute beraten, wenn man selbst scheiße aussieht?! Alsooo… bist du ready? Dann zeig ich dir alles!!
Oh mein Gott, danke, das voll lieb von dir. Sie lacht leise und ihre Augen leuchten neugierig. Ja, wir kennen uns aus dem Café. Ich wollte unbedingt mal hier reinschnuppern, Stoffwechsel, sagt Papa, ist halt schon irgendwie iconic für Hausen. Ich bin so ready wie man halt ist, wenn man null Plan hat, aber mega Bock.
Also. Das hier ist der Verkaufsbereich. Stacy geht zwischen den Stangen durch. Alles, was hier hängt, ist fertig. Also gewaschen, kontrolliert und so. Wenn du neue Sachen einräumst, achte einfach drauf, dass die Bügel alle gleich hängen und nichts so reingequetscht ist. Es soll entspannt aussehen, nicht wie so ein überfüllter Laden. Sie zeigt auf die verschiedenen Bereiche. Hosen sind da, Oberteile da, Jacken und Mäntel hinten. Genauso wie Kleider und Einteiler. Sie läuft weiter nach hinten zu den Umkleiden und zieht einen Vorhang ein Stück zur Seite. Hier sind die Umkleiden. Und da drin ist ein Knopf sie deutet neben den Spiegel wenn Kunden Hilfe brauchen, drücken sie den und dann klingelt es vorne an der Kasse. Sie lässt den Vorhang wieder los. Dann gehst du einfach hin und fragst, ob alles passt, sie Hilfe brauchen oder ob sie was anderes wollen. Mehr nicht. Sie geht weiter zu einer Tür und öffnet sie kurz. Das ist mein Arbeitszimmer. Drinnen steht der Tisch mit der Nähmaschine, Stoffe, angefangene Sachen und so weiter und so fort… Der kleine Tisch mit der elektronischen Herdplatte und dem Mini-Kühlschrank drunter. Hier bearbeite ich alles. Wenn irgendwas kaputt ist oder neu reinkommt, legst du es einfach hier rein. Ich guck mir das dann an. Oh, so Second-Hand Sachen kannst du natürlich selber durchgucken. Ich nehme mal an du weißt was man verkaufen kann und was nicht. Ach und wenn du das essen willst kannst du dich am Kühlschrank bedienen!! Sie schließt die Tür wieder und geht zurück zum Tresen. Hier ist die Kasse. Und hier hörst du auch die Klingel von den Umkleiden. Ja, das war’s eigentlich… Sonst eigentlich nur Leute begrüßen und beraten bisschen Ordnung halten und aufmerksam sein,. Wenn nichts los ist, kannst du Sachen sortieren oder neu aufhängen. Oder du suchst mir ein Outfit raus und wir testen mal ein bisschen dein Mode-Wissen?!
Alena läuft Stacy aufmerksam hinterher, ihre Augen wandern von Kleiderstange zu Kleiderstange Okay, das ist irgendwie mehr als nur bisschen Klamotten hinhängen. Sie nickt eifrig Also Bügel gleich, nichts quetschen, entspannt aussehen lassen. Nicht wie Wühltisch bei Primark. “Bitte merk dir das alles, bitte vergiss nicht die Hälfte in fünf Minuten.” Als Stacy den Vorhang bei den Umkleiden zur Seite zieht, schaut Alena kurz hinein, als wäre das ein geheimer Raum. Und wenn jemand klingelt, geh ich hin und frag ganz normal ob alles passt oder ich was anderes bringen soll. Okay. Sie wirft einen neugierigen Blick ins Arbeitszimmer mit der Nähmaschine. Das sieht voll kreativ aus da drin. Irgendwie cozy. Ich fass auch nix an ohne zu fragen. Zurück an der Kasse bleibt sie stehen und atmet einmal tief durch. Leute begrüßen, beraten, bisschen Ordnung halten. Klingt machbar. Also, machbar-ish. Mode-Wissen testen klingt aber gefährlich. Ich habe nur wenige Sachen die ich immer gleich kombiniere.
Dann wird’s Zeit Neues auszuprobieren, oder?! Man muss nicht immer mit den Trends mitgehen. Es ist gut wenn man seinen eigenen Stil hat. Aber immer das selbe tragen schreit: booooooriiiinngg
Alena verschränkt kurz die Arme, denkt nach und schaut sich zwischen den Stangen um. Okay ja, ich fühl das. Eigener Stil. “Bitte sag jetzt nichts komplett Hässliches.” Was wär mit so einer hellen Wide-Leg Jeans, dazu ein enges schwarzes Basic-Top und darüber ein oversized Blazer in so Beige oder Grau? Und dann chunky Boots oder cleane Sneaker. Sie grinst und dreht einen Kleiderbügel um, damit dieser richtig hängt. Weite Stoffhose, cropped Strickpulli in so warmem Ton und auffällige Ohrringe. Das wäre auch ein schickes Outfit für hier. Darf ich es mal testen, bevor ich weiter boring rumlaufe?
Ja… Stacy nickt. …das kann gut zusammen funktionieren… Klar kannst du dich ausprobieren!! You go Girl!!
Alena atmet einmal tief durch. “Ich tu einfach so, als wär ich schon immer hier gewesen.” Sie dreht ein paar Kleiderbügel gerade, streicht über einen Blazerärmel und hängt ein Oberteil etwas weiter auseinander, damit es nicht so gedrängt wirkt. Zwischendurch schaut sie kurz zu Stacy, ob sie alles richtig macht. Ist das so besser, wenn die Farben ein bisschen von hell nach dunkel laufen? Das wirkt irgendwie ruhiger fürs Auge, oder? Alena geht ein paar Schritte weiter, sammelt zwei Teile vom Tresen ein und legt sie ordentlich zurück an ihren Platz. Dabei summt sie leise Nuttööö von SSIO. Ich glaub ich versteh langsam, was du meinst mit eigener Stil und trotzdem Struktur. Das fühlt sich fast an wie Zimmer aufräumen, aber in cool. “Okay, vielleicht hab ich doch bisschen Spaß daran.” Sie stellt sich kurz neben Stacy, hält einen Pulli hoch und schaut fragend. Der hier nach vorne oder eher zu den cozy Sachen?
Deshalb ist Stacy auch die beste im Leute beraten!!
nickt. Und deshalb sieht Freddy nie aus wie ein Talahon
Hallo?, Nathalie steht in der Tür des Stoffwechsels, nachdem letzte Woche so gut war, will sie heute einmal in Ruhe durch die Auswahl gehen, ich komme nur zum Umsehen ― oh, hallo Alena!
Oh, hallo Nathalie. Schön das du heute hier bist. Wie geht es dir?
Hallo Alena, du arbeitest heute hier?
Ich mache hier heute ein Praktikum. Freiwillig. Ich nutze die Chance meine sozialen Fähigkeiten zu erweitern und lerne dabei noch etwas über Mode.
Dass ist doch immer gut! Was hast du den bisher schon gelernt?
Ich bin seit 4 Minuten im Laden. Bisher noch nicht viel.
Hmm … Darfst du den Kunden beraten?
Sobald die Einweisung von Stacy abgeschlossen ist, mit Sicherheit. Ich bin ja heute nur ein Tag hier um erstmal zu schauen ob das was für mich wäre. Sie schaut Nathalie an. ^Was suchst du denn?^
Hii, Nathalie!! Wenn du Hilfe brauchst Stacy nickt zu Alena. hilft Alena dir heute gerne!!
Oh, Nathalie dachte sich, beim letzten Mal
ChefarztEigentümer-Beratung gesichert zu haben, will heute aber keine Umstände mit Alena machen, ich wollte mir vielleicht mal ein Paar Midi-Röcke ansehen, du weist schon, man trägt ja keine Stiefel im Frühling, ohne sie nicht auch gut zeigen zu können.Da stimme ich dir zu Stacy lächelt. Wir haben ein paar ganz wunderschöne Röcke da!! Stacy würde Nathalie gerne selbst beraten, aber sie will Alena eine faire Chance geben ihr Können zu beweisen.
Da bin ich ja schon gespannt, wenn ich wieder etwas bei dir finde, ich müsste mich wirklich fragen, wie ich es geschafft habe, immer in der Stadt mir die Füße beim Einkaufen kaputt zu laufen!
Stacy lacht. Ich sag nur so viel: Alles was du brauchst, findest du hier. Und wenn es doch nicht, das gibt was du brauchst, dann nähe ich es dir einfach.
Maßfertigung? Und hast du auch schon dein eigenes, ikonisches Label?
Naja, überall ist ein Etikett mit dem Namen des Ladens eingenäht… Das muss reichen… oder?!
Freddy guckt aus dem Hinterzimmer, eine Spezi Zero in der Hand.
Yoo was geht?! Wer bist du denn?!
Alena dreht sich überrascht zur Hinterzimmertür, als sie die Stimme hört, und bleibt wie eingefroren stehen. Oh äh hi. Ich bin Alena. Ich mach hier heute Praktikum. Sie schiebt sich eine Strähne hinter das Ohr und versucht nicht ganz so auffällig zu Freddy zu gucken. Und du bist auch Teil vom Stoffwechsel Team oder nur so Spezi Zero Beauftragter? “Okay warum ist der bitte ein bisschen cute?”
Neee ich häng nur hier ab, um Stacy Gesellschaft zu leisten!! Ich geb dir einen Tipp: Rauch nicht im Stoffwechsel!! Stacy hat Lotti fast aufgefressen lol…
Danke für den Tipp! ^Wer bist du?^ Ich rauche nicht. Der Geruch ist unangenehm.
Ooh sorry!! Ich bin Freddy. Stacys Freund!!
Oh Stacys-Freund-Freddy hallo! Ich mache heute Praktikum ein hier. Bist du öfters hier?
Samstags eigentlich immer!! Sonst unter der Woche muss ich ja auch arbeiten!!
Ah, du warst das mit dem Kleine-Menschen-Betreeungsdienst?
Stacy bemerkt, wie Alenas Blick (für ihren Geschmack) zu lange auf Freddy hängen bleibt und wirft ihr ein kurzes, kaum sichtbares Sideeye zu. Schnell sieht sie wieder weg und tut so, als hätte sie nichts bemerkt. Sie kennt diesen Blick. Diesen leisen, schwärmenden Blick, der hofft, nicht erwischt zu werden und es gleichzeitig ein bisschen will. Und tbh… sie kann es ihr nicht mal verübeln. Freddy ist hot. The hottest boy in town. Freddy vor Dean fucking Winchester!! Und außerdem: Sie muss eine Fünfzehnjährige ja wohl kaum als Konkurrenz sehen. …oder?
Alena bemerkt Stacys kurzen Blick und fühlt sofort dieses kleine Kribbeln im Bauch, als hätte man sie bei irgendwas erwischt.
Alena, hilfst du mir einmal? Nathalie steht vor den Röcken, mehre Exemplare schon in der Hand, ich bräuchte hier einmal etwas Hilfe.
Oh natürlich. Alena steht bereit. Gibt es einen besonderen Anlass?
Eigentlich nicht … warum, würdest du irgendetwas davon für was spezielles empfehlen?
Alsooo ja, safe. Sie legt den schlichteren Rock über ihren Arm und zeigt auf den anderen. Wenn du keinen bestimmten Anlass hast, kommts halt drauf an, wie du wirken willst. Für Alltag oder Büro würde ich eher so einen hier nehmen. Schlicht, bisschen fester Stoff, fällt sauber. Mit Bluse oder engem Rolli wirkt das direkt strukturiert und selbstbewusst. “Nicht stottern. Du kannst das.” Wenn du mehr Richtung Abendessen oder Event gehst, dann darf der Stoff weicher sein. Satin, vielleicht leichter Schlitz, bisschen Bewegung im Stoff. Mit Heels oder Stiefeln wirkt das elegant. Sie schaut kurz zu Stacy, ob das so richtig ist. Es kommt drauf an, ob du die Kontrolle im Raum haben willst oder eher entspannt wirken willst. Ein gerader Midi wirkt klar und dominant. Ein schwingender wirkt zugänglicher.
Nathalie lächelt, Alena versteht wohl wirklich ziemlich schnell, wie man Kleidung richtig einzusetzen hat. Sagen wir einmal, nur so als Gedankenspiel, wenn ich einen Rock bräuchte um in einem professionellen Auftritt zu haben, aber gleichzeitig die Kontrolle im Raum haben will, was sollte ich dann tragen. Also nicht nur so ein kleinen Raum an einem Mittwochmorgen, sondern die Konferenz, bei der man mit seinem indirekten Chef den Oberchef unterstützen muss, international seinen Standpunkt zu vertreten. Idealerweise etwas jugendlich, dass man merkt dass ich weit außerhalb meiner Alterskohorte schon in dieser Position bin.
Für so eine endgegner Konferenz brauchst du einen klar geschnittenen, strukturierten Midi. High-Waist, fester Stoff, dunkles Anthrazit oder Navy. Nichts Flatterndes. Dazu eine schlichte Bluse mit klarer Linie, kein schnick schnack. Die Jugendlichkeit kommt über die moderne Silhouette. Sie hält Nathalie alles hin. Du sollst nicht nett wirken. Sondern souverän und am wichtigsten, du darfst dich darin null unsicher fühlen.
Keine Angst, unsicher bin ich bei so etwas nie! Nimmt die Sachen entgegen, soll ich die Sachen gleich einmal probieren?
^Nie unsicher?^ Ja, natürlich. Die Kabinen sind dort hinten.




