Anni räumt und rumpelt in der Gärtnerei herum. So richtig weiß sie heute nichts mit sich anzufangen. Obwohl sie den Winter mag und eigentlich auch genug Zimmerpflanzen im Haus hat fehlt ihr langsam das bunte Drumherum, ein sprießende Garten, grüne Pflanzen um sich herum, Kundinnen und Kunden, die mehr wollen, als nur einen Blumenstrauß. Es nervt ein wenig. Nach einer Weile geht sie mit einer Bürste in den Garten und bürstet die Ziegen, sehr ordentlich und seeeehr lange. Auch die sind sichtlich gelangweilt, alles ist vereist.


Anni lächelt wieder, als die Katze ihr zögerlich folgt. Wahrscheinlich gehört sie jemandem, sonst wäre sie doch viel scheuer? Als sie an der Haustür angekommen ist, wirft Anni nochmal einen prüfenden Blick auf das Kätzchen und lässt die Tür offen, als sie schnell zum Kühlschrank in der Küche geht. Sie hoffe, dass die Kleine so lange wartet. Sie kramt ein wenig herum und hat schnell eine Packung mit Putenbrustaufschnitt in der Hand. Es raschelt, als Anni die Packung öffnet.
Die Katze bleibt sofort stehen, die Ohren gespitzt und die Nase in der Luft, als das Rascheln der Packung sie erreicht. Ihre Augen weiten sich, der Schwanz zuckt leicht aufgeregt, und sie macht ein leises, erwartungsvolles Miauen. Vorsichtig setzt sie einen Schritt näher an Anni heran, schnuppert am Boden, als würde sie abwägen, ob es sicher genug ist, noch ein Stückchen näher zu kommen.
Anni sieht, wie die Katze zögerlich in der Tür steht. Du musst nicht reinkommen, du darfst aber gerne. Sie nähert sich ganz vorsichtig und legt ein Stückchen von Geflügelaufschnitt vor das Kätzchen. Hm, ein Halsband hast du nicht. Aber das haben ja auch die wenigsten Freigänger. Gehörst du vielleicht zu dieser neuen Familie? Anni überlegt, wie sie jetzt rausfinden kann, ob die Katze gechipt ist. Außer Franzi fällt ihr niemand ein. Aber eigentlich hat sie weder Lust Franzi, noch, viel schlimmer, Nathalie zu sehen…
Die Katze bleibt kurz zögerlich in der Tür stehen, schnuppert am Geflügelaufschnitt – und ehe Anni reagieren kann, schnappt sie sich alles auf einmal und verschlingt es gierig. Danach setzt sie sich, leckt sich die Schnauze ab und schaut Anni erwartungsvoll an, den Schweif leicht zuckend.