11:55 Uhr. Außenstelle Parkstraße.
Maximilian trägt Stoffhose, dunkles Hemd, sauber gebügelt, darüber einen schlichten Mantel. Lederschuhe.
Die Tür zu Nathalies Büro ist geschlossen.
Er klopft einmal. Öffnet sofort und geht rein.
Nathalie sitzt allein am Schreibtisch und telefoniert.
Maximilian schließt die Tür hinter sich. Geht zum Schreibtisch, hängt den Mantel über die Lehne, zieht den Stuhl heran und setzt sich.
Er greift nach einem Stift. Zieht den Block näher zu sich und schreibt eine 6 auf das Blatt, welche er zweimal unterstreicht.
Geduldig beobachtet er Nathalie und wartet ab.


Bislang keine bekannte Allergien. Manchmal reagiere ich allergisch, wenn man mich ärgert. Das äußert sich jedoch nur in einem grummeligen Maximilian. Er lächelt Nathalie an und blickt immer wieder auf die Füchse. Dürfen die sich hier überall frei bewegen? Sind das domestizierte Zuchtfüchse aus Russland?
Kann ich ihnen bei etwas helfen, Frau Brunning?
/un Eher eine langlebige Nische.
Sie können sich im Kühlschrank Marmeladen aussuchen wenn sie wollen. Und wenn sie dabei sind, dort sollte auch frisches Fuchsfutter sein ― bitte aber weit auseinander stellen, die beiden haben einen enormen Futterneid ―
Sie sind wirklich Herz aller liebstFranzi hat die beiden mal angeschleppt, sobald es wieder taut, wohnen sie wieder beim Dachs im Garten. Nathalie dreht den ersten Pfannkuchen um, wie dunkel dürfen sie bei ihnen sein?Maximilian öffnet den Kühlschrank und lässt den Blick kurz über den Inhalt wandern. Gesund und frisch, bis auf einen Pizzakarton mit einem Stück Salamisupreme. Er greift nach zwei kleinen Schalen mit rohem Rindfleisch, etwas gekochtem Reis und geriebenen Karotten. Im Flur platziert er eine Schüssel in der einen Ecke, die andere fernab auf der anderen Seite.
Auf dem Rückweg zur Küche bleibt sein Blick einen Augenblick an der offenen Tür zu Nathalies Schlafzimmer hängen.
Er bleibt dicht hinter ihr stehen, die Körper nicht berührend. Genau so, noch dunkler wäre eine Schande. Er greift nach einem Teller, nimmt sich den Pfannkuchen und setzt sich an den Tisch. Die Blaubeer-Vanille-Marmelade streicht er gleichmäßig darauf und beißt ab.
Sehr gut Frau Brunning.
Das freut mich, was Maxi nicht sieht ist ihr Gesichtsausdruck als sie gemerkt hat, dass er ohne sie beginnt. Gleichzeitig wander eine difffuse Wärme ihren Körper hinunter ― sicherlich etwas vom Gas des Herdes. Nathalie wendet den nächsten Pfannkuchen und hört drei gefräßigen Mäulern beim genüsslichen Essen zu. Wollen sie vielleicht noch einen Kaffee dazu, Herr Onym?
Sehr aufmerksam von Ihnen Frau Brunning. Dann einen Doppio oder ganz schwarz.
Er guckt auf seine SBGM211. 12:42 Uhr. Den letzten Bissen kauened beobachtet er jede Bewegung, ohne den Anspruch zu erheben, unauffällig zu sein.
Nathalie füllt eine Mokka-Kanne und setzt sie auf den Herd, dann setzt sie sich mit einem eigenen Teller an den Tisch.
Wir haben ein paar Minuten, nutzen wir sie. Maximilian sagt nicht, was er meint. Aber sein Blick verrät deutlich, dass es ihm weniger um Zeitmanagement geht als um sie. Also Frau Brunning. Bereit für berufliche Fragen?
Ich kann ihnen alles sagen, worin ich kein Geheimnisträger bin.
Er rutscht sehr nah an Nathalie heran. ^Geheimnisse sind die besten. Erzähl mir eins.^