11:55 Uhr. Außenstelle Parkstraße.
Maximilian trägt Stoffhose, dunkles Hemd, sauber gebügelt, darüber einen schlichten Mantel. Lederschuhe.
Die Tür zu Nathalies Büro ist geschlossen.
Er klopft einmal. Öffnet sofort und geht rein.
Nathalie sitzt allein am Schreibtisch und telefoniert.
Maximilian schließt die Tür hinter sich. Geht zum Schreibtisch, hängt den Mantel über die Lehne, zieht den Stuhl heran und setzt sich.
Er greift nach einem Stift. Zieht den Block näher zu sich und schreibt eine 6 auf das Blatt, welche er zweimal unterstreicht.
Geduldig beobachtet er Nathalie und wartet ab.
Mit etwas unruhigen Schritt geht Nathalie zurück ins Büro um sich einzustempeln. Eigentlich muss sie das gar nicht machen, sondern nur ihre Mitarbeiter vom Regierungsrat abwärts, ihre Stelle ist mehr die reine Koordination, Kommunikation und Abrufbereitschaft, aber weder kann sie das Maxi so einfach sagen, noch will sie es ihm sagen, das Szenario macht dafür doch zu viel Spaß. Nach dem sie sich auf ihren Stuhl gesetzt hat, den Computer gestartet hat und sich in die normale Intramail des Ministeriums eingeloggt hat, dreht sie sich zu Maximilian, welcher wieder auf einem Stuhl neben dem Schreibtisch sitzt. 13 Uhr 11, da haben wir wohl wirklich etwas überzogen? Sie wollen mich aber heute mit den Konsequenzen verschonen, oder?
Er lässt ihre Frage mehrere Sekunden unbeantwortet. Sein Blick gleitet über ihr Gesicht, die leicht geöffneten Lippen, den schnelleren Atem, wie sie sich auf die Unterlippe beißt, ohne es zu merken.
Er steht auf, geht um den Schreibtisch herum und bleibt nah neben ihr stehen, so dass sie seine Wärme spürt.
Seine Hand hebt sich und die Finger streichen erst über ihren Unterarm, quälend langsam, von der Innenseite des Ellenbogens bis zum Handgelenk, dann weiter hoch, über den Arm, zur Schulter, zum Hals. Seinen Daumen legt sich genau über ihren Puls.
Er flüstert ihr ins Ohr Disziplinarberfahren.
Dass bedeutet, dass dein Name in einer Akte steht.
Dass ich unterschreibe.
Dass jeder, der deine Personalakte öffnet, genau weiß, Du hast die Regeln gebrochen.
Sein Daumen drückt fester.
Aber das ist nicht das, woran du gerade denkst, oder?Dann, ohne Vorwarnung, lässt er los und tritt einen Schritt zurück. Er greift nach seinem Mantel, zieht ihn über, knöpft ihn zu.
Termin ist vorbei.
Er dreht sich zur Tür und bleibt kurz stehen ohne sich umzudrehen.
Falls du irgendwann einen Folgetermin brauchst, um dein Anliegen wirklich zu besprechen, schick mir einfach eine Einladung.
Die Tür geht auf.
Er geht hinaus.
Nathalie hört nurnoch das leise Klicken, als sie zufällt.
Eigentlich würde Nathalie ihn jetzt noch zur Tür begleiten wollen, aber irgendwie sind ihre Beine bleiern und sie bleibt stumm sitzen. Auch nachdem die Tür schon längst zu ist und auch die letzte Vibration von Dielen und Angeln verklungen ist, ist Nathalie nur in der Lage an die Wand zu sehen. Erst langsam taut sie auf und beginnt ihre Finger zu bewegen, dann steht sie auf, streckt kurz die Beine und beginnt in der Küche den Abwasch.
/un Leute, es ist zuckersüß, hier mit zu lesen, aber langsam schrammt ihr über eine NSFW Grenze, die wir hier nicht übertreten wollen. Officially Stop hier bitte Maxi, Würgespielchen woanders weitermachen, dankeeeee, Bussi, eure Mods.
/un Hab das ganze bereits abgebrochen. Bussi in die Modrunde.
Nathalie weiss nicht recht, wie es jetzt schon so verrückt werden konnte, doch als sie die dampfenden Teller Gnocchi auf den Tisch stellt, hofft sie, dass es jetzt etwas ruhiger wird. Beim Trinken dazu, begnügen sie sich mit Wasser?
Wasser, laut, bitte.
Was bekommen Sie dafür? *Der eine Fuchs hat sich mittlerweile auf den Stuhl neben Maximilian gesetzt und starrt auf die Gnoccis." Reichst du mir bitte das Pesto?Natürlich gerne! , Nathalie stellt ihm ein Glas hin, scheucht geübt den Fuchs weg und setzt sich neben Maxi. Den Preis können wir erst ermitteln, wenn sie fertig mit Essen sind. Nathalie flüstert ihm wieder einmal ins Ohr, ^Was wäre etwa, wenn sie einen zweiten Nachtisch nehmen?^
Maximilian spürt Nathalies abstrahlende Wärme und bekommt Gönsehaut. Was… Was genau meinst du?
Ach nichts ― essen sie nur, sie wollen doch nicht ihre Verwaltungsbegeheren auf leeren Magen klären. Beginnt nun auch ihre Gnocchi zu essen.
Maximilian ist bereits fertig und schwingt sich hinter den Elektroherd. Magst du deine Pfannkuchen eher süß oder deftig?
Nathalie schmunzelt, Ist das hier noch nicht der Nachtisch? Und sie müssen dass wirklich nicht machen, hier im Ministerium ist Bürgernähe unsere obere Maxime.
/un Gasherd, war vorhin auch schon erwähnt.
/un Eigentlich sind wir auch in der Kantine?
Maximilian setzt sich wieder hin und überlässt Nathalie die Küche. Na dann, Ihr Auftritt Frau Brunning.
Nathalie legt etwas plötzlich auf, schreibt noch eine Mail um dann pünktlich um 12 Uhr sich in die Mittagspause zu begeben, sie hat bereit bemerkt, dass Maximilian irgendwie schon ins Haus gekommen ist. Es ist klar ersichtlich, dass sie heute schon eine Videokonferenz hatte, den sie trägt zur Hälfte professionelle Kleidung: Äußerst dezentes “you see that you don’t see”-Makeup, einem Seidenschall, fest um ihren Hals gewickelt, einen Wollblazer und eine hoch geschlossene, kragenlose Bluse ― eben perfekte, professionelle Bürokleidung für den Winter. Unterraum dagegen, trägt sie einen groben, fast Bodenlangen Wickelrock, aus dem nur ihre Pantoffeln hervor ragen. Lächelnd sieht sie ihm an. Guten Tag, haben sie einen Termin?
/un Mist ;-)
Guten Tag, Frau Brunning.
Vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit nehmen.
Ich mache heute eine kurze dienstliche Stichprobe.
Spontan, wie das manchmal so ist.
Maximilian greift nach einem Block auf ihrem Schreibtisch.
An welchem Projekt arbeiten Sie aktuell?Diese Frage erübrigt sich doch, wenn sie mit dem Zweck unserer Abteilung vertraut sind? Außerdem, wir haben jetzt Mittagspause.
Maximilian steht auf und geht selbstverständlich um den Schreibtisch herum. Er bleibt seitlich neben ihr stehen, so nah, dass man es merkt, ohne dass er sie berührt.
Sie verstecken sich gern hinter Regeln, Frau Brunning, oder?
Er lehnt sich mit einer Hand leicht auf die Tischkante.
Also lassen wir das Formelle kurz weg.
Wie geht es Ihnen heute?Gut … ist etwas kalt gerade, aber sie kennen ja die neuen Heizvorschriften.
Genug der Späße.
Wie verbringst du normalerweise deine Mittagspause, wollen wir eine Kleinigkeit essen gehen oder uns die Beine vertreten?Nathalie wird, dank dem dezenten Make-Up nur leicht, rot und blickt ihn gespielt schüchtern an, Ich wollte eigentlich
einfach etwas in der Küche kochen und weiter arbeitenin die Kantine gehen, aber wenn sie mich so fragen? Wann müssen sie den wieder zu ihrem nächsten Termin?Maximilian blickt auf die Uhr.
53 Minuten. Ich gehöre die nächsten 53 Minuten dir.



