Sehr geehrtes Untervolk, Ich vermisse seit dem heutigen Tage meinen Angestellten 31, meinen wehrten Herrn Hofnarr, welcher gemeinhin als “Pesto” bekannt ist.
Ich meine mich nicht zu erinnern ihn freigelassen Freizeit gewährt zu haben.
Falls sie ihn sehen, nähern Sie sich ihn vorsichtig, er ist sehr schreckhaft, und legen Sie ihn dann bei gewonnen Vertrauen an die Leine, und bringen Sie ihn zu mir. Natürlich will der Finder reichlich belohnt werden!
Mit vermissenden Grüßen, Justus-Aurelius von Wellensteyn


Herr von Wellensteyn,
wir leben hier in Hausen, nicht im Mittelalter. Menschen sind keine Angestellten an der Leine und schon gar kein Besitz, den man öffentlich suchen lässt wie ein entlaufenes Haustier.
Wenn Pesto heute nicht bei der Arbeit erschienen ist, dann klären Sie das bitte respektvoll und privat mit ihm. Vielleicht gibt es einen Grund, warum er nicht da ist.
Solche Beiträge tragen weder zu einem guten Miteinander noch zu einem wertschätzenden Umgang bei.
Mit lichtvollen Grüßen, Dorothea
Selbstverständlich sind wir nicht mehr im Mittelalter! Ich bitte Sie diese Anschuldigung zurück zu nehmen!
Meine “Angestellten” bekommen ein beheiztes Zimmer und sogar Kaltschaummatratzen!
Herr von Wellensteyn,
es geht hier nicht um Matratzen oder beheizte Zimmer. Es geht um den Ton, den Sie anschlagen und um das Menschenbild, das dahintersteht. Worte wie Untervolk und an die Leine legen sind keine Ironie mehr, sondern respektlos. Wir leben hier in einem Dorf, in dem jeder Mensch Würde hat. Auch Ihre Angestellten. Und ganz egal, wie komfortabel die Unterkunft ist: Respekt zeigt man nicht durch Ausstattung, sondern durch Haltung. Wenn Sie jemanden vermissen, dann können Sie das sagen. Aber bitte auf Augenhöhe. Alles andere passt nicht in diese Zeit. Und nicht nach Hausen.