Maximilian sitzt im Dunkeln am Küchentisch. Die Rollos sind unten, das Haus still. Vor ein paar Tagen sah es hier freundlicher aus. Jetzt nur noch die Küche. Das Bild vom Picknick drängt sich auf. Glauben heißt jedoch nicht Wissen und es hilft nicht gegen Ziehen im Bauch.
Draußen kündigt sich Veränderung mit Motorengeräuschen an. Die Spedition findet den Ort erst beim zweiten Anlauf. Verwirrte Blicke, falsches Navi, dann doch richtig. Karton um Karton landet in der Einfahrt, Möbel lehnen an der Garage, alles auf einmal. Im gleichen Moment erhält Maximilian eine SMS von Berti.
“Hallo Maxi, bin untergetaucht. Drehe Doku über Dübelfingen. Habe ausversehen die falsche Adresse für meine Speditionslieferung angegeben. Nicht schlimm, behalte es, wenn du willst. Entschuldigung für das Chaos. Melde mich. Berti.”
Als die Transporter wieder verschwinden, steht er da. Völlig überrumpelt. Er beschließt aus seiner Komfortzone herauszukommen und schreibt in die Dorfgruppe.

Kurze, spontane Aktion:
Ich habe eine falsche Lieferung erhalten in Form von Möbeln, Deko, Farbe… Garage und Hof sind voll, Haus ist noch ziemlich leer.
Ich bestell Pizza und Getränke.
Wer kurz Zeit und zwei Hände hat, kommt gern vorbei. Zum schnacken oder helfen.

    • 🟢 Maximilian Onym - 35 - wie Erinnerung im VorausOP
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      18 days ago

      Maximilian reicht eine Flasche herüber, nimmt einen Schluck, hält das Bier einen Moment zu lange fest, schaut irgendwo über den Rand hinweg und fängt dann an ohne nachzudenken.

      Weißt du… als ich hierhergekommen bin, kannte ich wirklich niemanden. Also niemanden. Kein Gesicht, kein Name, nichts.
      Ich bin ja nicht einfach so hergezogen, das war eher so ein Weglaufen. Die Beziehung vorher, die war eigentlich schon lange kaputt. Über ein Jahr getrennt, gemeinsame Wohnung gekündigt, alles so Schritt für Schritt zerbrochen.
      Irgendwann stand ich da und dachte, wenn ich jetzt bleibe, bleibe ich auch irgendwie stehen. Also hab ich mir diesen Ort hier ausgesucht, Wald, Ruhe, Neustart.
      Er blickt lange auf den Flaschenhals, nimmt einen weiteren großen Schluck und fährt fort.
      Am Anfang war das hier schon komisch. Ich habe mir schwergetan Anschluss zu knüpfen und dann, dann hab ich Leute kennengelernt. Erst Anni, dann Maikki, dich, dann Lara, Luis, und alle anderen. Auf einmal war da wieder sowas wie, wie Alltag mit Menschen.
      Bei Lara in der Familie hab ich gemerkt, wie sehr mir das gefehlt hat, dieses Familiäre. Nicht allein sein. Abends irgendwo sitzen, wo man nicht erklären muss, warum man da ist.

      Dann habe ich sie kennengelernt. Das war jetzt keine Liebe auf den ersten Blick. Eher so ein… ankommen? So ein Gefühl von hier ist es gerade gut.

      Ich seh sie immer wieder, wir reden, wir lachen, und ich merk halt, da ist von meiner Seite aus mehr als nur Freundschaft. Ich kann das nicht einordnen, will es vielleicht auch gar nicht.

      Ob das was wird? Keine Ahnung. Vielleicht auch nicht. Aber dieses Gefühl, dass da jemand ist, bei dem man sich vorstellen kann, nicht mehr allein zu sein, das hatte ich lange nicht.

      Er trinkt das Bier aus und nimmt sich ein weiteres. Bierchen?

      • Jaël Deborah Vaughn
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        ·
        18 days ago

        Jaël war schon nach Schluck drei etwas sehr angeschwippst und hat nur die Hälfte mitbekommen, nickt einfach und nimmt das Zweite entgegen. Dass ist ziemlich … scheiße?