Die Mittagssonne hat sich schon begonnen wieder zu senken, als Cylla den Stoffwechsel betritt. Nachdem sie die Tür umsichtig aber schnell wieder geschlossen hat, immerhin ist es drinnen immer noch kühler als draußen. Während Scylla noch ihre Sonnenbrille auszieht und auf ihre Uhr sieht, können die spärlichen Anwesenden im Laden schon einmal ihre etwas untypische Kleidung betrachten:
Wie als sei es gar nicht warm, trägt sie einen Wollanzug in off-white mit doppelter Knopfleiste, wobei sie ihre Krawatte etwas gelöst hat, so dass ihr Hemdkragen etwas offen ist. Trotzdem, keine Schweißperle ist zu sehen, wie als wäre sie in ihren Lederschuhen durch einen milden Märztag gelaufen und nicht durch eine Hitzewelle des Junis.
Etwas unschlüssig blickt sie sich jetzt um, nachdem sich ihre Augen an die relative Dunkelheit des Ladens gewöhnt haben: Entshuldigung, ich bin hir richtig, wenn ich ainæ Shneiderai suchæ. Ich wɯrdæ ainæ Auftragsarbait gebæn wollæn.


Stacy wirft Cedi kurz einen hilfesuchenden Blick zu. Sie hat Scylla nicht so wirklich verstanden.
Hii! Sie wollen etwas schneidern lassen?
Rictig, ich habæ aber fɯr sie abær shon mainæ Maßæ, und es ist aʊc nur fɯr ainæ Party næxtæ Wochæ, da braʊcæn sie nicht zu genaʊ zu sain. Merkt erst jetzt, das sie sich gar nicht vor gestellt hat: Entshuldigung, wo sind mainæ Hœflickaitæn, Seßilia Latjabrɯck und si sind hir di …?
Oh! Sie machen nächste Woche die Grillparty?? Ja mega, da komme ich auch!! Gibt’s auch nen Pool, Sä-sie-lie-ja?
Stacy hofft, den Namen richtig ausgesprochen zuhaben.
Ich bin Stacy und ich bin die Chefin hier.
Stolz stemmt sie die Arme in die Hüften.
Dass sie die Maße bereits haben, erspart uns natürlich einen Schritt. Wissen Sie schon, was Sie sich ungefähr vorstellen?? Und können wir vielleicht direkt zum Du übergehen??
Cylla wirkt etwas ungehalten: Si sind hir di Shefin?! Si kœnnæn mic aʊc ainfac Cylla nennæn. Und ic habæ in dær Tat shon ainæ genaʊ Vorstællung. Wissæn si, was ain “Canadian Tuxedo” ist?
Ich bin Modestudentin, natürlich weiß ich das. Auch wenn ich finde, dass Denim bei dem Wetter nicht die beste Wahl ist.
Stacy betrachtet Cyllas Outfit nocheinmal von oben bis unten und bemerkt, dass sie wohl auf schlechte Wahlen steht.
Glaʊbæn si mir, ic wɯrdæ daß aʊc nict tragæn, wæræ es nict nur fɯr ainæn … Witz wærædaß falshæWort, es ist mær fɯr daß Ambiæntæ. Habæn si hir irgænd wo Mushtær, aʊc wæn es nur ain Witz ist, wɯrdæ ic doc mic freʊæn, wænn es ain gutær Anzugsshnid ist.
Cylla bemerkt, dass sie von Stacy fachlich gemustert wird: Also nict disæn Shnid zum Baispil, daß wæræ etwas zu vil. Und aʊc etwas zu Vintage, dær Anzug ist noch aus den Zaitæn mainæs Onkæls.
Schnittmuster?? Klar.
Stacy ist ein wenig enttäuscht, dass sie nichts außergewöhnliches erschaffen darf.
Moment
Cylla setzt sich auf einen Stuhl und wartet auf die Wiederkehr von Stacy, währenddessen mustert sie sichtlich abschätzig das regulär Angebotenes, sicherlich wäre sie lieber zu einem echten Herrenausstatter gegangen, aber ein Dorf ist nun einmal ein Dorf.
Cylla wartet lange.