Die Mittagssonne hat sich schon begonnen wieder zu senken, als Cylla den Stoffwechsel betritt. Nachdem sie die Tür umsichtig aber schnell wieder geschlossen hat, immerhin ist es drinnen immer noch kühler als draußen. Während Scylla noch ihre Sonnenbrille auszieht und auf ihre Uhr sieht, können die spärlichen Anwesenden im Laden schon einmal ihre etwas untypische Kleidung betrachten:
Wie als sei es gar nicht warm, trägt sie einen Wollanzug in off-white mit doppelter Knopfleiste, wobei sie ihre Krawatte etwas gelöst hat, so dass ihr Hemdkragen etwas offen ist. Trotzdem, keine Schweißperle ist zu sehen, wie als wäre sie in ihren Lederschuhen durch einen milden Märztag gelaufen und nicht durch eine Hitzewelle des Junis.
Etwas unschlüssig blickt sie sich jetzt um, nachdem sich ihre Augen an die relative Dunkelheit des Ladens gewöhnt haben: Entshuldigung, ich bin hir richtig, wenn ich ainæ Shneiderai suchæ. Ich wɯrdæ ainæ Auftragsarbait gebæn wollæn.


Ich bin Modestudentin, natürlich weiß ich das. Auch wenn ich finde, dass Denim bei dem Wetter nicht die beste Wahl ist.
Stacy betrachtet Cyllas Outfit nocheinmal von oben bis unten und bemerkt, dass sie wohl auf schlechte Wahlen steht.
Glaʊbæn si mir, ic wɯrdæ daß aʊc nict tragæn, wæræ es nict nur fɯr ainæn … Witz wærædaß falshæWort, es ist mær fɯr daß Ambiæntæ. Habæn si hir irgænd wo Mushtær, aʊc wæn es nur ain Witz ist, wɯrdæ ic doc mic freʊæn, wænn es ain gutær Anzugsshnid ist.
Cylla bemerkt, dass sie von Stacy fachlich gemustert wird: Also nict disæn Shnid zum Baispil, daß wæræ etwas zu vil. Und aʊc etwas zu Vintage, dær Anzug ist noch aus den Zaitæn mainæs Onkæls.
Schnittmuster?? Klar.
Stacy ist ein wenig enttäuscht, dass sie nichts außergewöhnliches erschaffen darf.
Moment
Cylla setzt sich auf einen Stuhl und wartet auf die Wiederkehr von Stacy, währenddessen mustert sie sichtlich abschätzig das regulär Angebotenes, sicherlich wäre sie lieber zu einem echten Herrenausstatter gegangen, aber ein Dorf ist nun einmal ein Dorf.
Cylla wartet lange.
Cylla steht nach einer Weile auf, läuft kurz durch den Laden und inspiziert dann die Näharbeit an einem Kleid welches an einer Schaufensterpuppe aufgezogen ist, auch wenn sie nicht interessiert ist und den Schnitt mehr als etwas zu freizügig findet, so kann sie doch damit die Qualität von Stacys Näharbeiten überprüfen.
Stacy kommt zurück. An ihren Fingern sind noch Graphitspuren zu sehen, aber sie tut trotzdem so, als hätte sie die Entwürfe nicht erst jetzt schnell gemacht.
Wie findest du denn sowas hier?
Cylla dreht sich um, die Näharbeiten Stacys haben ihr bisher gefallen und sieht sich das Blatt an. Mit dem Stil des Kleides das sie inspiziert hat, war sie schon nicht zufrieden und bei Stacys Vorschlägen ist es nicht viel anders: Ic sagtæ Anzug, nict … was soll daß sain, das ainæ shrait nach Sonnænbrand aʊf dær Shultær, das zwaitæ ist ainæ Shuljungænuniform in Denim und das dridæ … was ist daran Anzug?! Cylla erinnert sich an das Motto des Barbecue und wird wieder ruhiger bevor sie wirklich ausfallend wird:
Si kænnæn ja das Modo, abær das ist doc ætwas zu Rebellious … Macæn si das Obærtail von dær Zwai am Arm længær und entfernen si di komishæ Tashæ, dann die Westæ von dær Ains, daß geht sær gʊt daruntær ― wæ si dann kainæ Zait fɯr ain Hæmd habæn ist æs aʊc nict schlimm ― und bai dær Hosæ, næhmæ si ainfac di Zwai und macæ si di længær abænict zʊ wait wi di Ains. Ic wærdæ Stifæl tragæ, vilaict machæ si dann di Bainling nict zʊ lang.
Dann … habæn si noc Fragæn.
Stacy sieht Cylla lange irritiert an. Es fällt ihr immer noch schwer sie zu verstehen.
Äh… okay?! Vielleicht also äh… Erklärst du es nochmal Cedi, die ist nämlich hier um zu lernen. Und Cedi soll dann wiedergeben, was du wolltest und wenn es richtig ist sagst du ja und Cedi bekommt heute sogar eher frei für ihr Engagement.
Stacy lächelt gequält und versucht dabei ihre Idee möglichst überzeugend zu verkaufen.
Da haben wir doch alle bei gewonnen, oder?!