Vanja nimmt das Mikrofon in die Hand. Im Foyer der Bibliothek ist ein Stuhlkreis aufgebaut, der sich nach und nach gefüllt hat. In der zweiten Reihe sind allerdings noch ein paar Plätze frei

Danke, dass ihr so vielfältig erschienen seid!! Es freut mich, dass das Thema doch einige zu interessieren scheint!

Vanja strahlt in die Runde

Ich werde eine kleine Einstiegsrede halten, die auch den Einstieg in die Kursrunde einläutet. Wenn ihr Fragen zu irgendwelchen Begriffen oder Themen habt sind die sehr willkommen! Und auch bei der Diskussion hoffe ich jeden zu hören, der reden möchte!

Vanja räuspert sich

Beim Wort “Feminismus” denken viele, Das es ein Thema nur für Frauen sei.

Aber eigentlich bedeutet Feminismus ganz grundlegend, sich für Gleichstellung einzusetzen und engstirnige Rollenbilder zu hinterfragen.

Wir wachsen alle mit sogenannten “Geschlechterrollen” auf, also Erwartungen daran, wie ein Mann oder eine Frau zu sein hat. Dabei werden auch die Geschlechter, die Ausserhalb dieser binären Begriffe liegen grundlegend ausgeschlossen.

Für viele Frauen bedeutet das zum Beispiel, oft mehr Verantwortung im Haushalt zu haben, mehr Anpassungsdruc und häufiger nicht ganz ernst genommen zu werden.

Für viele Männer bedeutet es hingegen, stark sein zu müssen, keine Schwäche zu zeigen, Gefühle eher runterzuschlucken und Nähe eher selten zuzulassen.

Diese Strukturen, die auch Patriarchat genannt werden, setzen beide Seiten unter Druck.

Sie sagen uns, was „richtig“ oder “falsch” ist und lassen wenig Raum für das, was wir eigentlich fühlen oder brauchen.

Als Ergeb kämpfen Frauen oft darum, gehört zu werden und Männer oft damit, überhaupt sagen zu können, wie es ihnen geht.

Feminismus setzt genau an diesem Punkt an!!

Nicht, um jemanden anzugreifen sondern um mehr Freiheit zu schaffen:

für Frauen, selbstbestimmt zu leben,

und für Männer, auch verletzlich sein zu dürfen!!

Vanja sieht begeistert in die Menge

Deshalb möchte ich gerne die Frage in den Raum werfen:  Wo seht ihr im Alltag solche Erwartungen und wem schaden sie eurer Meinung nach am meisten?? Wo hat es euch schon mal geschadet?

      • 🟩 Mateo Martínez, 23, Maurer
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        26 days ago

        Ich glaub ehrlich gesagt das schadet beiden Seiten. Nur halt auf unterschiedliche Arten. Ich könnte gar nicht sagen, wer mehr darunter leidet. Ich glaub, das kommt voll drauf an, wie man aufwächst und wo.

        Mateo kratzt sich am Hinterkopf, er will nichts Falsches sagen.

        Ich bin ja in Spanien aufgewachsen… und da ist das schon nochmal anders. Also… Männer sollen da schon oft dieses typische Bild erfüllen. Stark sein, Entscheidungen treffen, nicht zu viele Gefühle zeigen… so ein bisschen dieses Macho-Ding. Und man merkt halt auch, dass man sich bei manchen Sachen zurückhält… Dass man Dinge nicht sagt, obwohl man’s vielleicht sollte, zum Beispiel.

        • vanja wolfeisen@lemmy.worldOP
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          ·
          26 days ago

          Danke Mateo! Das finde ich einen wichtigen Beotrag! Also hadt du auch das Gefühl dadurch schon mal benachteiligt worden zu sein? Wenn nicht ist das natürlich super- es interessiert mich einfach!

          • 🟩 Mateo Martínez, 23, Maurer
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            ·
            26 days ago

            Doch… schon, ja. Also nicht so offensichtlich vielleicht, aber… Naja, dass man Sachen runterschluckt, nicht anspricht, weil man denkt, man darf das jetzt nicht. Und manchmal wird man auch gar nicht erst ernst genommen, wenn man doch mal sagt, dass einen was belastet. Dann heißt es oft: “Stell dich nicht so an”.