Der Hof des Feriengeländes wirkt zunächst vollkommen normal. Vögel in den Bäumen. Ventilatoren drehen sich träge. Ein paar der Jüngeren sitzen noch mit nassen Haaren vom Spielen mit den Wasserpistolen am Rand der Terrasse. Dann knackt es in den Lautsprechern.
Du wolltest dir bloß den Abend vertreiben…
Und nicht grad allein geh′n und riefst bei mir an
Wir waren nur Freunde und wollten’s auch bleiben
Ich dacht′ nicht im Traum, dass was passieren kann
Ein paar Köpfe heben sich irritiert. Noch bevor jemand reagieren kann, kommt Dorothea mit einer Tasse Kräuter-Eistee um die Ecke.
Ich weiß nicht, wie ewig wir zwei uns schon kennen
Deine Eltern sind mit meinen damals Kegeln gefahr’n
Wir blieben zuhaus’, du schliefst ein vorm Fernsehen
Wir war′n wie Geschwister in all den Jahr′n
Sie singt mit. Laut und textsicher. Ein paar Jugendliche starren sie an, als hätten sie gerade ein seltenes Tier entdeckt. Dorothea dreht sich einmal im Kreis und bewegt sich im Takt Richtung Grill, an dem Benni steht. Sie schnippt im Rhythmus, und versucht ihn zum tanzen zu animieren.
Tausendmal berührt
Tausendmal ist nix passiert
Tausend und eine Nacht
Und es hat Zoom gemacht
Dorothea greift zum Megafon, wartet bis der Refrain durch ist und ruft: Grillrunde! Bitte kommt zum Treffpunkt!
Sie weiß genau, was sie tut. Gemeinschaft entsteht manchmal nicht im Gesprächskreis, sondern mit Musik. Und das hier fühlt sich gerade nach einem dieser Momente an.


Stimmt auch wieder…. Ich finde das voll creepy ey
Ja ich auch