„Der Hund …“ denkt sich Kira und schnuppert misstrauisch an ihrem eigenen Fell. Sie hält inne. Noch einmal. Ein tieferer Atemzug. Oh nein.
Ich rieche nach einem nassen Hund. Ihr Gesicht verzieht sich. Das Fell klebt strähnig an ihr, und dieser schwere, muffige Geruch steigt ihr direkt in die Nase. Feucht. Warm. Hund. Einfach nur Hund. „Das ist ja widerlich“, denkt sie empört. Ein Schauder läuft ihr über den Rücken. Sie reckt den Hals, schnuppert erneut – als könnte es ein Irrtum sein. Ist es nicht. Plötzlich würgt sie leise. Ein angewidertes Geräusch entfährt ihr, während sie den Kopf wegdreht, als könnte sie ihrem eigenen Geruch entkommen. Ihre Ohren legen sich flach an. So kann man doch nicht herumlaufen. Das ist unter ihrer Würde.
Kira schüttelt sich heftig, als ließe sich der Gestank einfach abschütteln. Aber der Geruch bleibt. Und das macht alles nur noch schlimmer. Mit einem entschlossenen Satz springt sie über den ersten Zaun. Metall klirrt kurz. Noch ein Zaun. Und noch einer. Ihre Pfoten landen federnd im nassen Gras, während das Wasser weiter aus ihrem Fell tropft und kleine dunkle Spuren hinterlässt. Sie denkt gar nicht mehr nach – sie will nur noch weg. Weg vom Regen, weg vom Geruch, weg von allem.
Schließlich erreicht sie Annies Garten. Hinten beim Gewächshaus, fast versteckt zwischen rankenden Tomatenpflanzen und einer alten Gießkanne, befindet sich ein kleines Loch im unteren Teil der Wand. Von außen wirkt es unscheinbar, kaum größer als ein Mäuseloch. Doch für Kira ist es der perfekte Durchgang. Leise schleicht sie hinein, tapsige, feuchte Pfotenabdrücke auf dem Boden hinterlassend. Ohne zu zögern springt sie aufs Sofa. Die Polster geben weich nach, während sie sich zusammenrollt. Das nasse Fell tropft unbeeindruckt weiter auf den Stoff.


/un Hunde sind blöd
/un Nein, ihr seid Blöd!
/un und jetzt ?
/un guckt verwirrt hin und her
/un guckt auch blöd hin und her