Der Hund war verschwunden, doch Kira ließ sich noch nicht beruhigen. Sie sprang flink auf den Zaunpfosten, das Fell noch leicht gesträubt, und fixierte jeden Winkel des Gartens. Jeder Windhauch, jedes Rascheln in den Büschen ließ sie zusammenzucken, die Ohren hochgespitzt, die Augen wachsam.

Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass keine unmittelbare Gefahr mehr drohte, ließ sie sich langsam auf den Rasen gleiten. Mit präzisen, routinierten Bewegungen putzte sie sich ausgiebig, schleckte jede Pfote, wischte sich die Ohren und rollte sich schließlich ein Stück auf die Seite, den Bauch leicht nach oben gestreckt. Ein leises, zufriedenes Schnurren entwich ihr – ein Signal, dass sie wieder halbwegs entspannt war, aber noch immer auf der Hut blieb.

Schließlich sprang sie geschmeidig auf die niedrige Mauer und trat hinaus in die Straßen des Dorfes. Die Sonne spiegelte sich auf den Dächern, die Gassen wirkten friedlich, aber Kira blieb wachsam. Sie schnupperte hier und dort, streifte vorsichtig an den Hecken vorbei, musterte die Häuser, jeden Winkel, jede Bewegung. Vielleicht würde sie heute Feuerpelz zu Gesicht bekommen, dachte sie. Die Hoffnung darauf ließ ihren Schritt leichter werden, während sie mit einer Mischung aus Neugier und Selbstbewusstsein durch ihr Revier schlenderte. Jeder Schatten, jeder Ton, jedes entfernte Geräusch wurde registriert – Kira war sich ihrer Umgebung bewusst, wie sie es immer war, und gleichzeitig ließ sie sich ein kleines Abenteuer durch das Dorf nicht entgehen.