Leicht knarzen Nathalies Stiefel auf dem in der Nacht frisch gefallen Schnee: Etwas übermüdet, aber fröhlich läuft sie durch das Dorf zu Maximilian für seinen “Ortstermin”. Ihr beiger Mantel zappelt leicht im Wind an ihrer Figur, doch darunter hält sie ein Pullover, mit hervorlugender Blouse, eine wollene Anzughose und ein bestickter Schal sie warm. Leicht bereut sie es dann doch, keine Handschuhe mitgenommen zu haben, doch da ist sie schon in seiner Straße und klingelt pünktlich fünf Minuten vor Terminbeginn an seiner Tür.


Als Maxi kurz in der Küche war, hat sich Nathalie die Wärmflasche unter den Pullover geschoben, was zwar ihre Figur etwas unförmig werden lässt und ihre Bewegungsfreiheit etwas einschränkt, aber ein wohligen Gefühl der Wärme in ihren Körper strahlen lässt. Das hier ist ein Ortstermin, Herr Onym. Wir haben extra für sie eine Fachkraft freigestellt um ihre Verwaltungsanliegen vor Ort zu klären ― Da fällt mir ein, sie müssen noch das Verwaltungsentgelt entrichten!
Deine Wärmflaschenidee ist süß, ich seh schon, wie wohl dir das tut.
Er rückt ein kleines Stück näher, legt seine Hand vorsichtig über ihre, die die Tasse hält.
Fachkraft, Entgelt, kein Problem. Ich kann überweisen oder bar bezahlen aber Nathalie er drückt ihre Hand ganz sanft ich will einfach nur, dass du dich heute bei mir wohlfühlst. Kein Amt, kein Stress, kein Termin. Das ist heute nur ein Vorwand um Zeit mit dir zu verbringen.
Er lehnt sich zu ihr und schaut ihr erwartungsvoll in die Augen.
Als seine Hand auf Ihrer liegt, kommt ein kleiner brennender Schauder in ihr auf, der sich von ihren Fingern aus bis in ihre Schulter rollt ― Nathalie ignoriert ihn, sicherlich ist ihr Körper nach der Wärmflasche und der warmen Tasse einfach überrascht worden, von der relativen Kälte seiner Hand. Wenn sie nicht bar zahlen wollen oder können, müssen wir ihnen leider einen Mahnbescheid schicken, wir hatten ja angekündigt, dass nur Barzahlung möglich ist ― aber vielleicht lasse ich heute einmal meinen Ermessensspielraum hierfür groß.
Nathalie folgt seinem Körper, lehnt sich nun auch in die Couch und sieht ihn ebenfalls erwartungsvoll an. Also, sollen wir den Moment erst einmal still genießen, oder gleich aktiv mit der Entspannung anfangen?