11:55 Uhr. Außenstelle Parkstraße.
Maximilian trägt Stoffhose, dunkles Hemd, sauber gebügelt, darüber einen schlichten Mantel. Lederschuhe.
Die Tür zu Nathalies Büro ist geschlossen.
Er klopft einmal. Öffnet sofort und geht rein.
Nathalie sitzt allein am Schreibtisch und telefoniert.
Maximilian schließt die Tür hinter sich. Geht zum Schreibtisch, hängt den Mantel über die Lehne, zieht den Stuhl heran und setzt sich.
Er greift nach einem Stift. Zieht den Block näher zu sich und schreibt eine 6 auf das Blatt, welche er zweimal unterstreicht.
Geduldig beobachtet er Nathalie und wartet ab.


Nathalie legt etwas plötzlich auf, schreibt noch eine Mail um dann pünktlich um 12 Uhr sich in die Mittagspause zu begeben, sie hat bereit bemerkt, dass Maximilian irgendwie schon ins Haus gekommen ist. Es ist klar ersichtlich, dass sie heute schon eine Videokonferenz hatte, den sie trägt zur Hälfte professionelle Kleidung: Äußerst dezentes “you see that you don’t see”-Makeup, einem Seidenschall, fest um ihren Hals gewickelt, einen Wollblazer und eine hoch geschlossene, kragenlose Bluse ― eben perfekte, professionelle Bürokleidung für den Winter. Unterraum dagegen, trägt sie einen groben, fast Bodenlangen Wickelrock, aus dem nur ihre Pantoffeln hervor ragen. Lächelnd sieht sie ihm an. Guten Tag, haben sie einen Termin?
/un Mist ;-)
Guten Tag, Frau Brunning.
Vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit nehmen.
Ich mache heute eine kurze dienstliche Stichprobe.
Spontan, wie das manchmal so ist.
Maximilian greift nach einem Block auf ihrem Schreibtisch.
An welchem Projekt arbeiten Sie aktuell?
Diese Frage erübrigt sich doch, wenn sie mit dem Zweck unserer Abteilung vertraut sind? Außerdem, wir haben jetzt Mittagspause.
Maximilian steht auf und geht selbstverständlich um den Schreibtisch herum. Er bleibt seitlich neben ihr stehen, so nah, dass man es merkt, ohne dass er sie berührt.
Sie verstecken sich gern hinter Regeln, Frau Brunning, oder?
Er lehnt sich mit einer Hand leicht auf die Tischkante.
Also lassen wir das Formelle kurz weg.
Wie geht es Ihnen heute?
Gut … ist etwas kalt gerade, aber sie kennen ja die neuen Heizvorschriften.
Genug der Späße.
Wie verbringst du normalerweise deine Mittagspause, wollen wir eine Kleinigkeit essen gehen oder uns die Beine vertreten?
Nathalie wird, dank dem dezenten Make-Up nur leicht, rot und blickt ihn gespielt schüchtern an, Ich wollte eigentlich
einfach etwas in der Küche kochen und weiter arbeitenin die Kantine gehen, aber wenn sie mich so fragen? Wann müssen sie den wieder zu ihrem nächsten Termin?Maximilian blickt auf die Uhr.
53 Minuten. Ich gehöre die nächsten 53 Minuten dir.
Wie schrecklich, dann müssen wir ja wohl leider in der Kantine essen, ich hoffe sie mögen Gnocchi mit Pesto? ― Außer sie bestehen darauf, mich auf einen Kaffee einzuladen?! ,Nathalie fährt schon einmal ihren Computer hinunter und verschließt ihre Akten in der Aktenschublade. Dann legt sie ihre Hände leicht auf seine. Sie müssen sich schon für Eines entscheiden, immerhin dürfen wir die nachfolgenden Termine nicht warten lassen!