Dunkelheit hat sich wie eine Decke über das Dorf gelegt. Ein unauffällig auffälliges Allradfahrzeug passiert das Ortseingangsschild und biegt kurz dahinter nach rechts auf das Gelände des Recyclinghofs ein. Der Wagen stoppt vor dem Wohnhaus und vier Männer und ein Hund steigen aus, Kalle öffnet die Tür, die Männer nehmen ihre Seesäcke und verschwinden im Innern des Hauses


Anni starrt die vier Fremden unsicher an. Sie sehen militärisch aus. Feldhosen, olivfarbene Shirts, einer von ihnen trägt dazu ein Feldhemd (natürlich nicht geknöpft), einer ein Tanktop, auf dem schwach ein paar Schweißflecken zu sehen sind. Dem Mali schaut sie lieber nicht in die Augen. Ein paar Sekunden ^zu lang? Nicht lang genug?^ überlegt sie, was sie da bloß gestartet hat. Und, was Kalle da jetzt gestartet hat. Schnell ruft sie sich zur Besinnung.
Hier geht’s nicht um ihre Story - hier geht’s um Niko. Den wahnsinnig gewordenen Niko und seinen Alptraum von Hausener Autobahn. Schüchtern nickt sie den Männern zu und fühlt sich in ihrer grünen Latzhose, dem Kuschelschal und dem Wollmantel völlig fehl am Platz. Hilfesuchend schaut sie wieder zu Kalle.
Hömma setz dich. Hier beißt keiner blickt zum Hund also nich ohne Kommando.
Willze watt trinken?
unbedingt. Anni weiß immer noch nicht, was hier passiert, ihre Knie zittern fast unmerklich und als sich auf eine Ecke eines Stuhls setzt, rutscht sie fast seitlich hinunter. Das hier war nicht abgespro l. Sie reißt sich trotzdem zusammen. Was ist… der Plan, Kalle?
Kalle hat uns angerufen. Wir sind im Bilde mit der Autobahnsache. Und da wir Expertise im Bereich Sabotage haben machen wir uns Gedanken was man da unternehmen kann
Annis Gesicht erhellt sich. Ein leichtes Lächeln macht sich breit. Das ist genau das, was wir brauchen!
Hömma manchma habbich auma gute Ideen.
Apropos. Watt is mit Panzer?
Naja also… wir… ich… wollten morgen erstmal Flugblätter auf der Demo… - Anni stockt, als Kalle und die Männer sie plötzlich amüsiert anstarren.