Hallo ich hole hier nur Mandarinensaft! Freddy ist wohl bei dem Ukulelenmann! Dankannst du hingehen oder ruf ihn doch einfach mal an! wählt @FreddySchorch@lemmy.dorfrollenspiel.de Nummer.
Das ist schade, dass ich ihn hier nicht antreffe. Ich wollte mit ihm ins Gespräch treten und Lösungsvorschläge sammeln.
Willst du Mandarinensaft?
Da sage ich nicht nein. Wie geht es dir, Pesto? Wollen wir vielleicht lieber reingehen?
Vielleicht gehen wir lieber zu mir nach Hause?
Das ist eine wunderbare Idee. Ich war noch nie bei dir zu Hause. Ich bin gespannt, wie du so lebst.
überlegt ob er ihr lieber den Bunker oder die Villa zeigen soll
Wo geht es lang?
Spielt anderswo Ukulele.
Im Briefkasten liegt ein Brief für Freddy.
Lieber Freddy,
ich schreibe dir, weil ich möchte, dass du deine Kündigung noch einmal überdenkst. Und bevor du innerlich zumachst oder abwinkst, bitte ich dich, diesen Brief bis zum Ende zu lesen.
Du hast einen Fehler gemacht. Einen gefährlichen. Und ja, ich war gestern hart. Das lag nicht daran, dass ich dich kleinmachen oder angreifen wollte. Es lag daran, dass ich dein Verhalten als erschreckend unreflektiert erlebt habe. Du hast gehandelt, ohne deine Rolle mitzudenken. Ohne dir bewusst zu machen, dass du Verantwortung trägst, auch dann, wenn du dich gerade “privat” aufhältst. Das hat mich wütend gemacht. Und empört.
Aber ich möchte dir etwas sagen, das mir wichtig ist: Ich war selbst einmal genau an diesem Punkt. In meiner eigenen Ausbildung habe ich einen Fehler gemacht, der echte, schmerzhafte Folgen hatte. Ich war jung, motiviert und wollte nah an den Jugendlichen sein. Ich wollte nicht die Spielverderberin sein, nicht die Strenge, nicht die Uncoole. Bei einer Ferienaktion war ich mit einer Gruppe unterwegs. Einer der Jungen suchte ständig Risiko, Mutproben, Grenzen. Und ich habe es laufen lassen. Ich habe gedacht: Ich will ihm Vertrauen zeigen. Ich will ihn nicht kleinhalten. Ich habe eine klare Regel nicht durchgesetzt. Ich habe Verantwortung relativiert. Er ist gestürzt. Mehrere Meter. Unglücklich. Nicht tödlich, aber schwer genug. Er musste ins Krankenhaus und unterzog sich einer komplizierten Operation. Die Wochenlange Schmerzen nach sich trug. Und Eltern, die mich angesehen haben, als hätte ich ihnen etwas genommen, das sie mir nie hätten anvertrauen dürfen.
Mein erster Impuls war genau derselbe wie deiner jetzt: Weglaufen. Kündigen. Alles hinschmeißen. Ich wollte nicht in diesen Spiegel schauen, voller Verantwortung, Schuld und der Erkenntnis, dass mein Wunsch, cool zu sein, jemanden verletzt hat. Aber ich bin geblieben. Ich musste Gespräche führen. Mit meiner Anleitung. Mit der Leitung. Mit den Eltern. Und mit mir selbst. Mein Fehler wurde klar benannt. Er hatte Konsequenzen. Und trotzdem durfte ich bleiben, gerade weil ich Verantwortung übernommen habe.
Seitdem weiß ich: Pädagogik ist kein Ort für unkontrolliertes Heldentum, keine Bühne für gefährliche Mutproben oder übertriebener Coolness. Pädagogik ist der Ort, an dem wir früher stoppen müssen als andere. Nicht später. Und genau deshalb hat mich deine Aktion so getroffen. Nicht, weil ich dich ablehne. Sondern weil ich dich sehe. Und weil ich weiß, wie schnell so etwas kippen kann. Was du jetzt tust; kündigen, abwehren, mir die Verantwortung zuschieben, fühlt sich für mich nicht nach Verantwortung an. Es fühlt sich nach Flucht an.
Und ich frage dich ganz ehrlich: Willst du Erzieher werden? Dann gehört genau das hier dazu. Sich Fehler eingestehen. Uncool sein. Grenzen setzen. Aushalten, dass man dafür nicht gefeiert wird. Perfekte Erzieher fallen nicht vom Himmel. Aber schlechte werden es genau dann, wenn sie weglaufen, statt zu lernen. Ich würde mir wünschen, dass wir uns zusammensetzen. Ruhig. Ehrlich. Pädagogisch. Und dass du nach diesem Gespräch die Chance bekommst, zurückzukommen, nicht als jemand, der alles richtig gemacht hat, sondern als jemand, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und daran zu wachsen.
Dorothea
Freddy liest die ersten Zeilen, dann schmeißt er den Brief in den Mülleimer.


