Lieber Bürgermeister,

Heute, am allerersten Tag nach der Schließung des Jugendclubs, ist ein Teenager mit einem Kind auf ein Windrad geklettert. Nicht auf einen Baum. Nicht auf ein Garagendach. Auf ein Windrad. Rund 150 Meter hoch. Glatte Metallleiter. Wind. Eis. Kein Geländer, kein Sicherungsgurt, keine Fachkräfte. Ein falscher Schritt. Ein nasser Stiefel. Ein Moment Panik. Und dann bedeutet das: den sofortigen Tod.

Ich will, dass dir klar wird, was hier beinahe passiert ist: Ein Kind hätte vor unseren Augen abstürzen können. Ein Jugendlicher hätte damit leben müssen, ein Leben verloren zu haben. Familien wären zerbrochen. Eine ganze Dorfgemeinschaft traumatisiert. Und wofür? Weil du ihnen gerade den einzigen Ort genommen hast, an dem Erwachsene hinschauen, begleiten, Grenzen erklären und auffangen. Jugendliche suchen Risiko. Das ist normal. Aber ohne sichere Orte kippt dieses Risiko in Lebensgefahr.

Du hast den Jugendclub geschlossen: abrupt, öffentlich und beschämend. Ohne Gespräch. Ohne Plan. Ohne Auffangangebot. Und sofort passiert etwas, das hätte tödlich enden können.

Ich kritisiere nicht, um dir das Leben schwer zu machen. Ich schreibe, weil ich heute ernsthaft Angst hatte, ein Kind zu verlieren. Und diese Angst werde ich nicht kleinreden. Bitte übernimm Verantwortung. Nicht morgen. Nicht nach Prüfung der Sachlage. Jetzt.

Dorothea Sonnentau

  • 🟡 Dorothea, 43OP
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    29 days ago

    Jerome… stop. So habe ich das nicht gemeint. Ich habe nicht dich gemeint. Ich habe dein Verhalten in dieser Situation gemeint und meine Worte waren zu hart. Ich war wütend, ich hatte Angst und ich habe aus der Emotion heraus gesprochen. Auch Erwachsene machen Fehler. Ich hasse dich nicht. Ich finde dich nicht falsch. Ich finde es schwierig, dass du nicht sehen willst, wie gefährlich das war und dass du darüber lachst. Und dafür, wie ich es gesagt habe, dafür entschuldige ich mich.