Dorothea klopft an die angelehnte Bürotür und tritt ein. Benni, ich habe eine Bitte an dich. Könntest du bitte mit Stacy sprechen und wenn möglich auch Freddy dazuholen. Der Auftritt gestern beim Karaoke lässt mir keine Ruhe. Diese Texte, egal ob frauen- oder männerfeindlich, überschreiten eine Grenze. Vor allem in einem Raum wie dem Jugendclub. Mir ist im Nachhinein aufgefallen, dass im Song die Zeile vorkam: “…und er springt wie ein Bunny…” und dass Stacy Freddy “Hase” nennt. Ich weiß nicht, ob das Zufall ist. Aber wenn Beziehungsmuster aus solchen Texten ins echte Leben rutschen, dann wird es problematisch. Für beide. Ich habe gestern versucht, das anzusprechen. Ich bin nicht durchgedrungen. Du kennst sie länger. Und ich glaube, sie hören dir eher zu. Auch, weil du ein Mann bist und das Thema genau diese Ebene berührt. Würdest du das übernehmen?


verständnisvolles Nicken Ein Stück weit ist Übertreibung und Provokation da halt auch ein Stilmittel. Absichtlich “extremer” männerfeindlicher Text, um gegen das klassische “Mann dominiert Frau”-Bild zu rebellieren. Aber für einen Karaokeauftritt vor Kindern, die sowas gar nicht verstehen können… Definitiv nicht der richtige Song. Und man muss halt auch ganz klar Realität und provokative Fiktion trennen. Ich red mit den Beiden.
Danke, Benni. Diese Art von Musik liegt mir grundsätzlich nicht. Aber das ist mein persönlicher Geschmack und den zwinge ich niemandem auf. Aber im Jugendclub tragen wir Verantwortung. Und da ist es unsere Aufgabe, sehr genau hinzuschauen, was hier Raum bekommt und was nicht. Gut, dass du mit den beiden sprichst.