Vorbei an vielen Reihen Schreibtischen nimmt sich die junge Frau ein Bier aus dem Kühlschrank in ihrem Stockwerk des Großraumbüros. Ihr Hund Killi läuft schwanzwedelnd neben ihr her und folgt ihr in den Aufzug, der mit bunten Comicsymbolen verziert ist. Anni verlässt das vierstöckige Gebäude mit der edlen Glasfassade und schlendert die Straße entlang Richtung Hafen, während sie das Bier gekonnt mit dem Feuerzeug öffnet und einen tiefen Schluck nimmt.
Komm, Killi. Erstmal kurz abschalten.
Sie setzt sich auf die Hafentreppe und versucht den nervigen, viel zu langen Arbeitstag in der Werbeagentur mit dem Alkohol herunterzuspülen, während sie in die Ferne schaut.


Anni wirft aus dem Augenwinkel einen Blick auf den Mann, der sich in Arbeitskleidung neben sie setzt. Killi bleibt ruhig liegen, was erstmal ein gutes Zeichen ist, was Fremde angeht. Hi, na? Nope, ich habs geschafft für heute. Anni zieht sich die Kapuze ihres schwarzen Hoodies ein Stück tiefer ins Gesicht, der Wind lässt eine bunte Strähne in ihr Gesicht wirbeln, sie nimmt noch einen Schluck Bier. Und du, lange Nacht vor dir?
Hömma Nachtschicht. Machse nix, wonnich. PLOPP
Aber so isset numa. Von nix kommt numa nix. Lacht kurz also nich datte da zum Millionär wirs. Bisse auch hier im Hafen am pujacken?
Anni schüttelt den Kopf. Ich arbeite… drüben im Businessviertel. Ein kleiner Stich Schuldgefühl durchfährt ihre Brust. Wahrscheinlich verdient sie doppelt so viel wie der Mann, mit Bullshit, der nichts wert ist und niemandem etwas nützt, während Leute wie er nachts hart malochen. Von nichts kommt nunmal nix.