Lotti sitzt im “Gästezimmer” bei ihrem Vater Zuhause auf dem Bett und lässt den Tag nochmal Revue passieren. Ihr Suffragetten-Kostüm liegt über die Lehne eines Stuhls geworfen,der Hut da drunter auf der Sitzfläche,ansonsten ist der Raum wie immer makellos.

Warum mach ich mir eigentlich wieder so ein Kopf darum,was andere denken? Kann mir doch scheißegal sein. Doch irgendwie ist Lotti das nicht egal,besonders wenn es sie persönlich angeht. Aber tut es das,wirklich? Und kann es mir dann nicht trotzdem egal sein,was irgendeine Frau in Jeansjacke da von sich gibt? Irgendwie ist es mir aber nicht egal. Was ist denn jetzt richtig,sind die Amis falsche Prediger oder nicht? Und spielt es überhaupt eine Rolle? Also schon irgendwie,aber spielt es für mich eine Rolle? Irgendwie findet Lotti keine Antwort auf ihre Fragen und tigert im Raum herum

Lotti ist Gedanklich hin- und hergerissen. Das Zimmer reicht nicht zum Nachdenken. Am besten kann sie sich immer konzentrieren,wenn sie sich an der frischen Luft entspannen kann. Lotti grinst einmal und plötzlich kommt ihr eine Idee. Eine saudumme Idee,würden ihre Eltern sagen,aber wenn sie ehrlich ist,haben beide schon dümmeres getan. Und man wird doch wohl frei genug und alt genug sein,um mal was neues auszuprobieren. Promt geht Lotti zum Dachfenster,öffnet es und klettert heraus. Die kühle Abendluft umgibt sie und Lotti schaut auf den Sonnenuntergang. Ein prächtiger Anblick bietet sich ihr,wie sie da sitzt und die Sonne langsam ihr rötliches Licht übers Dorf erstreckt und den Himmel in ein Gemälde verwandelt. Lotti kramt eine Zigarette hervor,steckt sie an und nimmt genüsslich einen Zug. Hier wird sie erstmal eine Weile bleiben und den Gedanken freien Lauf lassen. Und diese Idylle wird ihr erstmal keiner nehmen.