Nachdem Arjäël zu früh aufgewacht ist, immerhin haben die Babies noch ausreichend geschlafen, dass sie ihren ersten Kaffee trinken konnte, starrt sie auf ihre Wand. Nur, weil sie Krankgeschrieben ist, kann sie nicht im Bett liegen, nur, weil Maikki alles unter Kontrolle hat, in ihrem Arbeitszimmer verschwinden und Fernsehen — was kommt den jetzt, was sie nicht in der Mediathek für schlechtere Tage ansehen könnte?.

Nach etwas längerem überlegen, samt einem Frühstück von Kuchenresten, beschließt sie einen Spaziergang zu machen. Ohne Hunde, mit ihnen kann sie immernoch abermals hinaus und ohne Kinder, es soll ja entspannend sein.

Irgendwo zwischen Zen und Schlafwandel läuft sie jetzt durch das Dorf.

  • Nika
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    12 days ago

    Eine Stunde vierzig pro Weg. Nika rechnet im Kopf kurz nach und kommt zu dem Schluss, dass ihr dafür schlichtweg die Lebenszeit zu schade ist - erst recht für diesen Job. Sie braucht ein Bett. Ein Motel, eine Pension, zur Not eine Abstellkammer mit Matratze. Während sie die einsamen Straßen nach einer Unterkunft absucht, kommt ihr eine Frau entgegen.

    Sie sieht aus, als hätte sie seit Tagen nicht mehr richtig geschlafen, ein wandelndes Fragezeichen in einer verlassenen Kulisse. Nika sieht das Elend, aber sie spürt kein Mitleid, nur Erleichterung. Wenigstens eine, die mich nicht anspricht, denkt sie. Sie schiebt die Kopfhörer fest an die Ohren, der Beat der Musik schirmt sie gegen die Totenstille dieses Ortes ab.