Nach ihrem Besuch im Café war Ilona noch ein wenig durch das malerische Dorf spaziert. Die Aprilsonne lässt schon ein wenig auf den Mai hoffen, es ist angenehm warm und die Sonnenstrahlen erzeugen ein schönes Muster unter den bereits grünen Bäumen, die überall verteilt stehen.

Sie schaut sich ein paar alte Gebäude an, grüßt ein paar Leute, kehrt in einem Biergarten ein, um etwas zu essen, spaziert noch ein wenig - und plötzlich steht sie vor dem Waldsee.

Äh - wow!

Was für ein 💫 magischer Ort 💫! Obwohl es mittlerweile weit nach 18 Uhr ist, strahlt die Sonne noch vom Himmel.

Ilona schaut kurz auf ihr Handy: Ihr Auto ist nicht weit weg geparkt. Also holt sie schnell ihr Handtuch aus dem Kofferraum, breitet es am Waldsee aus und legt den Kopf auf ihre Handtasche.

Sie holt ihr Buch wieder hervor, um weiter zu lesen. Ob wohl noch andere Leute das schöne Wetter nutzen?

  • Sitzt ein anzes Stück weiter weg mit einer selbstgebauten Angel am anderen Ende des Ufers und schaut betrübt aufs Wasser. Wahrscheinlich wird eh kein Fisch anbeißen,aber Patrick braucht einfach ein bisschen Beschäftigung während er nachdenkt.

    Wer hätte gedacht,dass Kinder großzuziehen so schwer sein kann. Laut den Vorwürfen gestern lässt ihn das Gefühl nicht los ein schlechter Vater zu sein. Ein richtig schlechter. Was die Frauen in der Bibliothek gesagt hatten,war ihm dabei weniger wichtig als das was die letzen Tage mit seiner Tochter los war. Wie konnte alles nur so eskalieren? Warum hab ich wieder und wieder alle Warnungen ignoriert? Ich hätte doch ahnen müssen,dass es ihr so schlecht geht,schließlich bin ich doch ihr Vater. Das rechtfertigt auf keinen Fall ihr Verhalten,keine Frage,aber ich versteh einfach nicht,wie es soweit kommen konnte. Wahrscheinlich habe ich doch weitaus mehr Schuld an diesem Schlamssel,als ich mir selbst eingestehen konnte. Ich bin in der Hinsicht genau wie mein Vater geworden,obwohl ich mir geschworen hatte,niemals so meine Kind zu erziehen,wie er das bei uns gemacht hat.

    Plötzlich zieht ein Fisch an der Angel und Patricks Gedanken sind für einen kurzen Augenblick wieder im hier und jetzt. Er stellt die Angel,die eher ein Stock mit Seil ist kurz hoch,so dass der Fisch an ihrem Ende aus dem Wasser ragt,dann zieht er den Stock zu sich ran und beschaut missmutig den kleinen Fisch,bevor er ihn von der Angel nimmt und zurück ins Wasser wirft.

    Aus der ferne setzt Patrick sich wieder hin und scheint wieder in seine lethargischen Gedanken zu verfallen.