Auf einem knarrenden Floß, das mehr aus zusammengebundenen Brettern als aus echter Seemannskunst bestand, lebten Lara und ihr Sohn Luis und die kleine Tochter Lina. Der See am Rand des Dorfes war ihr Zuhause, der Wind ihr Begleiter – und die Freiheit ihr größter Schatz.
Lara war stark mit wachsamen Augen. Sie hatte gelernt, sich gegen Stürme, Hunger und andere Menschen zu behaupten. Doch nichts auf der Welt war ihr so wichtig wie Luis und Lina.
Luis dagegen war „klein“, flink und kaum zu fassen. Seine Füße berührten den Boden oft nur für einen Wimpernschlag, bevor er schon wieder im Schatten verschwand. Wenn der Hunger groß war, begann sein Spiel.
Nur das Nötigste, sagte Lara jedes Mal streng und kniete sich vor ihn. Und lass dich nicht erwischen. Luis grinste dann, seine Augen funkelten wie Sonnenlicht auf den Wellen. Ich bin schneller als jeder Bewohner dort. Und das stimmte.
Wie ein Windstoß huschte er durch die engen Gassen des Dorfes. Ein Brot hier, ein Apfel dort, manchmal auch eine Münze oder ein kleines Messer – nichts Großes, nichts Auffälliges. Die Menschen bemerkten oft erst viel später, dass etwas fehlte. Und wenn doch jemand ihn sah, war da nur ein Schatten, der um die Ecke verschwand.
…


Ja ist halt Kalle! 😁 richtig lieb von ihm - teil bitte mit deiner Schwester!
gibt Lina ein Stück Schokolade