TW Depression, Selbstverletzung

Stiegl liegt im Krankenhausbett. Immernoch sichtlich angeschlagen und erschöpft. Er erinnert sich an Hausen. Graue Erinnerungen an einen Ort voller Farben, voller Leben und Liebe… doch langsam werden seine Erinnerungen klarer. War er doch immer der fröhliche Nachbar, liebevoller Ehemann und gut gelaunter Kneipenbetreiber. Doch irgendetwas war immer anders an Stiegl. Ständig schwebte diese graue Wolke über seinem Kopf. Eine Wolke die alles um ihn herum verdunkelte

Dann erzählen Sie mal, Herr Stieglmaier. Wie waren die letzten Wochen oder Monate für Sie? Gab es irgendwelche Veränderungen, positiv oder negativ, in ihrem Leben?

Stiegl überlegt. Ihm fallen tausend Dinge ein. Die Hochzeit mit Lara, die Adoption von Luis oder die Geburt seiner Tochter. Er erzählt von all den Erlebnissen in Hausen.

er erzählt von der Kneipe, von Ulli der vermutlich schon an seinem Platz am Tresen festgewachsen ist. Vom Getränkemarkt und seinen Reisen mit dem Motorrad

Herr Stieglmaier. Ihre Zeit in Hausen klingt nicht als gäbe es Trigger für Sie… versuchen wir etwas anderes, erzählen Sie mir von ihrer Kindheit.

Stiegl überlegt. Viel zu erzählen gibt es da nicht. Obwohl… vielleicht das Kinderheim in frühen Jahren. Aber das war nicht so schlimm wie immer alle erzählen. Er erzählt der Therapeutin von Ausflügen mit den Pfadfindern und Jungschar Nachmittagen in der Kirchengemeinde in seinem alten Dorf. Er erinnert sich auch an seine Adoption in eine Pflegefamilie. Wie ihn sein Papa auf dem Motorrad mitgenommen hat. Wie er die Taschenlampe halten musste während sein Papa den alten Granada repariert hat, wie seine Mama ihn getröstet hat als er mit aufgeschlagenen Knien nach Hause kam oder als er den ersten Liebeskummer hatte. Doch zwischen all den schönen Erinnerungen sah er immer wieder einen Schatten der über ihm schwebte. Ein düsteres Gefühl dass ihn seit Kindheitstagen verfolgte…

Ich glaube das reicht für heute, ruhen Sie sich etwas aus Herr Stieglmaier. Hier haben Sie meine Karte. Wenn Sie etwas brauchen, melden Sie sich bei mir.