Maikki kommt gerade vom täglichen Spaziergang mit den Babies und den Hunden zurück, vor der Tür stehen die Einkäufe die Julian für sie erledigt hat. Taika riecht neugierig am Haufen, irgendwo darin ist Schockfrost-BARF für die Beiden, dann will sie jedoch rein auf die Couch. Nachdem Maikki die Tür aufgeschlossen hat muss sie die Kleine aber erst einmal festhalten um ihr die Pfotensocken auszuziehen, dann lässt sie die kleine Rakete auf das Parkett rennen.
Tiberius wartet draußen, und geht als letzter rein, als die Babys schon im Wohnzimmer in ihren Wiegen schlafen und Maikki damit beginnt die Einkäufe ins Haus zu tragen. Julian hat eigentlich fast alles richtig eingekauft von den Erbsen etwas viel und die Tampons ― Maikki wundert sich selbst, warum sie ausgegangen sind und einen Zyklus wird sie mit Flügeln auch überleben.
Als sie fertig ist mit einräumen sieht Maikki, dass das Haustelephon blinkt. Eigentlich wird es nur genutzt um den Paketdienst von der Haupt- zur Nebentür zu dirigieren, aber dann blinkt es ja nicht, sondern klingelt. Maikki geht an das Telephon und nimmt es ab: “Sie haben eine neue Nachricht” ― es scheint, als dass hier eine Festnetznummer hinterlegt ist ―“drücken sie drei zum abspielen”:
Hey, ich bin es Maikki. Die All-Italia wird gerade auf Parma bestreikt und ich könnte dann erst Samstag mit dem Nachtzug fahren … also, eine Kollegin meinte, ich könnte auch ein paar Überstunden aufbauen und mit ihr einen Kundenbesuch machen … wäre dann halt mindestens das ganze Wochenende … also, ich konnte dich jetzt nicht erreichen und habe jetzt zutagen müssen, dann habe ich endlich einmal Etwas auf dem Zeitkonto … melde mich wenn ich kann … Bisou!
Maikki kommt mit dem Teewasser, Teebeuteln und ein paar Keksen zu @MaximilianOnym@lemmy.dorfrollenspiel.de und @Alena@lemmy.dorfrollenspiel.de . Alena, bist du sicher, dass ich die Sachen nicht einfach einmal an Jaëls Arbeitsmail senden soll? Dann musst du zu mindestens nicht warten, bis sie wieder zu hause ist.
Wir warten gerne!
Dann ist ja alles ganz entspannt ― Ingwerkeks?
Nee, Ingwer ist nicht so meins. Was macht Jaël eigentlich? Darüber haben wir noch garnicht gesprochen.
Oh, es ist … eigentlich sagt sie mir dass auch nicht, immer wenn ich sie gefragt habe, hat sie gesagt: “Was denkst du den, mache ich als Meeresbiologin, was es wert wäre, dass mich Finnland nach Italien schickt?!”. Ich glaube, der Recruiter der sie eingestellt hat, meinte Rohstofferschließung, aber ich habe einen Master in EPC-Engineering und habe von ihrer Firma auch noch nie gehört … ^ich glaube, es ist ihr etwas peinlich?^
Fische zählen und Korallen fotografieren?
Möglich, aber dann würde ich mich fragen, warum man da so viele Telkos braucht ― oh, ich habe deine ganzen Zusätze in der Küche vergessen! ,während Maikki in der Küche ist, beginnt eines der Babies unsanft aufzuwachen.
Maximilian guckt Alena an.
Das ist völlig in Ordnung, auf ein oder zwei Tage kommt es nicht an. Ich habe die Unterlagen zuhause auf Papas PC als PDF. Gibst du mir eine Emailadresse?
Warte, ich habe es irgendwo … ist glaub am Kühlschrank, ansonsten kann ich es heute Abend ihr auch einscannen und dann ihr schicken.
Das können wir auch machen. Alena nimmt die Unterlagen aus Mäxis Händen und legt sie neben Maikki auf den Tisch. ist Jaël öfters in Italien?
Alle zwei Wochen ist sie unten und macht den Rest hier in Hausen Home-Office. Eigentlich könnten wir auch runter ziehen, aber sie wollte dass nicht, weil sie nur befristet in Italien arbeitet, danach ziehen wir dann wohl zur Firma nach Finnland.
Ich scanne die lieber schon jetzt kurz ein, dann vergesse ich dass nicht, okay? ― Dein Tee ist übrigens auch schon gezogen.
Alena greift die Teetasse mit beiden Händen und schlürft leise ihren Tee. Papa probier mal, der ist richtig gut. Sie nickt Maikki eifrig zu.
Wenn Jaël eh nicht hier ist, trinken wir schnell den Tee aus und besprechen den Rest in den kommenden Tagen?
Ich kann dir wirklich nicht sagen, wann sie wieder kommt, aber vermutlich wird dies das einfachste sein.
Ich geh dann schnell scannen, trink du erst einmal in Ruhe aus.
Maximilian klingelt. Einmal. Zwei Sekunden später, nochmal.
Alena steht daneben. Gesichtsausdruck: Ich kenn ihn nicht.
Die Tür geht auf.
Maikki, nur kurz. Also, kurz im Rahmen dessen, was bei mir kurz ist.
Er öffnet einen A4 Ordner.
Die Schule hat natürlich alles, was man sich vorstellen kann. Praktikumsvereinbarung zwischen Schule, Betrieb und Sorgebrechtigten. Zeitraum, genauer Tätigkeitsbeschreibung, Ansprechpartner im Betrieb, Unterschriften von allen Beteiligten und am besten mit Datum und Ort.
Er blättert.
Eine Einverständniserklärung für ein Auslandspraktikum. Mit Adresse vom Betrieb, Adresse der Unterkunft, Notfallnummer vor Ort, meine Notfallnummer, deine Notfallnummer, alle Notfallnummern.
Versicherungsnachweis. Unfallversicherung läuft wohl über die Schule aber nur, wenn alles offiziell gemeldet ist. Haftpflicht, falls sie da ein Regal umrennt und ich möchte wissen, ob das Dolce Vita oder teuer Vita wird.
Alena verdreht die Augen.
Jugendarbeitsschutz und Arbeitszeiten dürfen maximal acht Stunden sein. Feste Pausen, keine Nachtarbeit. Nicht, dass aus 8 bis 14 Uhr wir helfen noch kurz bis Mitternacht, weil es sein muss wird.
Datenschutzformular. Social Media. Darf sie posten oder nicht? Die Schule fragt das inzwischen explizit ab.
Dann gibts da noch diesen Rückmeldebogen, den der Betrieb am Ende ausfüllen muss. Verhalten, Pünktlichkeit, Teamfähigkeit.
Er klappt den Ordner zu.Jetzt meine persönlichen Fragen.
Wo genau in Italien ist das? Mit stabilem Netz oder Papa ich melde mich, wenn ich wieder Empfang habe?
Wer ist offiziell verantwortlich? Also nicht nur Jaël sondern die Firma?
Was macht sie konkret? Mithilfe im kreativen Bereich klingt gut, ist aber inhaltlich ungefähr so präzise wie Wetterbericht im April.
Hat sie ein eigenes Zimmer oder kreatives Gemeinschaftsprojekt mit 17 Leuten und einer Gitarre?
Erreichbarkeit im Notfall. Eine Nummer, die funktioniert. Und jemand, der im Zweifel auch Englisch spricht?
Kurzer Seitenblick zu Alena. Und bevor du die Augen rollst, ich mach das nicht, weil ich dich ärgern will, ich mach das, weil ich dein Vater bin!
Blick wieder zu Maikki.
Wenn wir das alles geklärt bekommen, unterschreibe ich sofort.Ähm … willst du rein kommen?, Maikki bereut es leicht, das Ganze angeboten zu haben, ich kann da höchstens nur zu einem Viertel etwas sagen. ― Wollt ihr einen Tee?
Maximilian fängt wieder an Fragen zu stellen aber Alena schiebt ihn einfach rein. Hi Maikki, ich bin Alena Sie hält höflich ihre Hand hin und lächelt.* Entschuldige bitte die Fragerei. Eigebtlich sind es nur drei Unterschriften.
Also… Und… Uhrzeit… Vergütung… Krankenhaus… Espresso… Strand…
Also, soweit ich dass verstanden habe, kostet dass Essen in der Kantine, aber nicht sehr viel.
Das spielt keine Rolle, das beantwortet aber nicht viele Fragen… Was für Tee hast du?
Schwarz, Grün- und Rooibuschtee?
Sahne-Karamell Roibusch mit einem Schuss Milch?
Also, Jaël muss leider diese Woche Überstunden machen, also kann ich nicht sagen, wann sie unterschreiben kann …
Wir lassen dir das einfach hier liegen. Alena sieht keine Eile. Wie geht es dir? Ich finde das richtig toll, das du mir den Praktikumsplatz vermittelst. Kann ich mich in irgendeiner Art und Weise erkenntlich zeigen?
Ähm … eigentlich war das nur aus Nettigkeit, ich hatte selbst zu oft nur nervige Praktika. Aber wenn du zufällig … Maikki merkt, dass Alena sicherlich noch zu Jung ist um ihr beim Einkaufen zu helfen, … mir fällt schon noch eine Kleinigkeit ein.
Falls du etwas hast, immer raus damit. Notfalls kann ich es delegieren. Alena kichert.
Willst du etwa Windeln wechseln?
Alena verdreht die Augen.
Hallo, du bist Alena, oder? ,Maikki sieht neugierig auf das noch fremde Mädchen.


