Der Zug hatte neun Stunden Verspätung. Er fährt aus dem Bahnhof von Hausen, es wird wieder ruhig.
Alena steht einen Moment mit ihrer Sporttasche da und schaut sich um.
Sie hatte sich die Ankunft entspannter vorgestellt.
Als sie die Tasche anhebt, verzieht sie kurz das Gesicht. Das Gewicht zieht sofort in die Schulter.
Alena läuft langsam Richtung Dorf. Das Kopfsteinpflaster macht es nicht besser.
Der Gedanke an das Airbnb nervt sie noch immer. Die Adresse wirkte erst normal, doch vor Ort gab es keinen Namen an der Klingel und der Code funktionierte nicht.
Sie hatte einige Minuten gewartet, mehrmals geprüft und schließlich aufgegeben.
Also war sie wieder losgelaufen. Quer durch Hausen. Mit dieser viel zu schweren Tasche.
Alena atmet einmal tief durch und bleibt kurz stehen.
Eigentlich wollte sie nur ankommen, die Tasche abstellen und kurz durchatmen.
Stattdessen fühlt sich alles gerade nach Fehlstart an.
Sie richtet sich auf und geht weiter Richtung Dorfmitte.


Fuck, tut mir leid, echt. Soll ich dir mein altes leihen? Is eh auf Werkseinstellungen weil ich das verkaufen wollte.
Ich hab da eine ESim drin. Ein Handy bringt mir leider nichts. Sie überlegt wenn du mir wirklich helfen willst, hast du eine Couch?
Eh so mehr oder weniger. Haben halt nen großen Wohnwagen. Why?
Meine Bahn hatte Stunden Verspätung. Ich wollte mein Papa treffen aber der Laden hat schon zu. Ich weiß nicht in welcher Straße er wohnt, anscheinend kennt hier niemand ein Lian und anrufen kann ich ihn dank des kaputten Handys auch nicht. Alena läuft eine Träne die Wange herab. Ich weiß nicht wo ich heute schlafen kann. ^Es ist spät, mir ist kalt, ich bin müde.^
Mein Dad und ich finden safe nen Platz im Wohnwagen. Führt sie zu sich nach Hause, so sie es wünscht
Alena drückt Leo die Tasche in die Hand, hakt sich ein und folgt ihm Schritt für Schritt. Ich bin übrigens Alena. Freunde nennen mich Leni.
Freut mich. Ich bin Leo, selber recht neu hier.