Die Sonne hat Hausen noch nicht erwärmt, der Motor des W210 hat es im Innenraum auch noch nicht geschafft: Friedrich sitzt noch fröstelnd auf dem Fahrersitz, der Innenraum ist frisch gesaugt, es riecht nach Duglasie. Gleich beginnt sein Date, wie gewünscht hat er keine Blumen, sondern Kräuter auf dem Rücksitz liegen, und ohne Krawatte, Hemd musste schon sein. Aber naürlich ein gutes, englisches und dazu frisches Aftershave, auch wenn er schon gestern beim Coffiseur war.

Leise flüstert er sich noch die wichtigen Standardsätze zu: “Hallo Vanja, ich bin es, Friedrich”; “Du hast was schönes an!”; “Wie viel Zeit hast du?”; “Was willst du essen?”; “Was wollen wir jetzt noch machen?”; “Darf ich dich noch auf einen Kaffee einladen?”; …

Irgendwann steigt er aus, die Standheizung lässt er sicherheitshalber laufen, nimmt den kombinierten Kräutertopf, Lorbeer-Myrte-Salbei und geht zur Klingel. Er ist jetzt wirklich gespannt, wie das Date werden wird, natürlich hat er etwas geplant, aber irgendwie war er sich nicht sicher, womit er rechnen muss und so ist es mehr als ein Plan für den Tag geworden.

  • Friedrich Brunning, Jura-StudentOP
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    2 months ago

    Das klingt eigentlich immer größer als es ist, mein Vater war halt schon drinnen und weil er mir auch keine Wohnung in der Stadt kaufen wollte, war es der einzige Weg, halbwegs entspannt ein Zimmer zu bekommen. Ja, dass mit dem Fechten ist manchmal etwas komisch, aber ist jetzt nicht so, als würden andere Studenten viel normalere Sachen machen. Unten an der Wiese vom Juridicum trifft sich ja zum Beispiel immer die Quidditsch-Universitätsmannschaft ― wobei, ich glaube das heißt jetzt anders.