Stacy liebt den Valentinstag. Für die meisten Menschen ist das unverständlich, schließlich gilt er vielen nur als plumper Marketingtrick. Für Stacy ist er das nie gewesen. Sie liebt diesen Tag, weil er lange der einzige war, an dem ihr verschrobener Vater an sie denkt, oder genauer gesagt: an dem er seine Sekretärin beauftragt, Blumen zu kaufen und eine Karte zu schreiben. Für Stacy war das über Jahre hinweg der einzige Funke Aufmerksamkeit, den sie bekam. Und so hielt sie lange daran fest, an diesem einen Tag, der ihr wenigstens ein kleines Stück Bedeutung versprach. Doch nur ein Valentinstag in Hausen änderte alles.
Stacy erinnert sich gut daran. Es ist ihr erster Tag als Küchenchefin im HDH. Freddy und sie trugen rosa Schürzen mit roten Herzen und Freddy war den ganzen Tag über leicht genervt von Stacys überschwänglicher Valentinstagslaune. Und trotzdem hatte er am Ende des Abends eine Karte für sie. Und sie eine für ihn. Zwei Karten. Und ein einziges Wort, das mehr sagte als tausend andere es je könnten.
Seitdem liebt Stacy den Valentinstag aus einem anderen Grund. Nicht mehr wegen der Prise an Aufmerksamkeit von ihrem Vater. Sondern wegen Freddy. Auch wenn er den Valentinstag blöd findet, hat er ihr gezeigt, worum es wirklich geht. Um Aufmerksamkeit, die nicht gekauft ist… Dass es nichts Großes braucht, damit es sich echt anfühlt… Dass jemand an einen denkt, ohne dass er muss… Das klingt doof. Und schnulzig. Und Stacy würde das niemals so sagen. Vor allem nicht Vanja gegenüber, die würde sofort die Augen verdrehen und vermutlich den ganzen Tag sauer sein.
Mit diesem Gedanken trägt sie die alten Deko-Kisten in den Stoffwechsel und beginnt, gemeinsam mit Anni, den Laden zu schmücken. Herz-Girlanden ziehen sich durch den Raum, rosa Lichterketten werfen ein weiches, warmes Licht auf Kleiderstangen und Spiegel. Rote und rosafarbene Luftballons schweben über den Regalen. Überall stehen LED-Kerzen: in Fensternischen, auf kleinen Hockern, zwischen Schmuckständern… Ihr sanftes Flackern lässt den Raum fast gemütlicher wirken als sonst. Alles ist bereit für das kostenlose Umstyling, das sie für heute angekündigt hat.
Als sie fertig sind, tritt sie einen Schritt zurück und betrachtet ihr Werk zufrieden. Anni scheint nicht so begeistert, wie sie. Aber jetzt kann es losgehen. Sie schaltet das rote Neon-Schild mit der Aufschrift Open ein und dreht sich zu Anni.
Sollen wir direkt mit dir anfangen?


Ich hab dir was in die Umkleidekabine gelegt… ^Du kannst dich ja alleine umziehen, oder brauchst du Hilfe von Anni?!^
entrüsteter Blick natürlich kann ich das alleine! Ich bin doch kein Kind mehr!!!
Pesto geht in die Umkleide und zieht sich schnell um
Als Pesto rauskommt öffnet sie den Vorhanf, damit Pesto sich im Spiegel betrachten kann. Wie findest du’s?
Ja… also. Er wirft einen Blick zu Anni es ist gut und gefällt mir aber… sehe ich so nicht unprofessionell aus? @Anni@lemmy.dorfrollenspiel.de was sagst du?
Anni starrt Pesto an. Äh. Also. Wer… wow. Pesto? Also ja, es sieht gut aus. viel professioneller als sonst? Dann guckt Anni hilfesuchend zu Stacy. ^Ist das noch Pesto? Können wir das machen?^
Pesto strahlt echt? Ich meine ich hab ja gar keine Krawatte an! Nicht, dass ich dann wieder obdachlos aussehe… aber ansonsten gefällt mir das auch!!! Dann will ich das mitnehmen!!! @StacyMcKaesi@lemmy.dorfrollenspiel.de wieviel kostet das??
69€ mit dem Valentins-Rabatt!!
kichert okay! Nehme ich!
Perfekt!
Das ist Pesto in sexy!
Hä?! Du siehst viel besser aus als vorher!! Du wärst in diesem Outfit auf meinem “Hear me out”-Cake!
Was ist das? Hast du Kuchen gemacht? Kann ich was haben?
Ne… hab ich nicht…
Oh… warum erzählst du dann von Kuchen?
Stacy winkt ab. Vergiss es einfach
/un Pesto sieht aus wie Andy der den Kundensupport für einen Motorsägenhersteller in den kandischen Wäldern macht … also mindestens 60h CD mit den ganzen Zulagen.
/un und nebenbei Model in Bartpflegewerbung.
/un Natürlich, hast du mal die Mieten in Toronto gesehen?! Du brauchst da schon zwei Jobs!