Als die Männer mit den schweren Getränkekisten endlich aus der Kita (in Reinlingen) rausgehen und die Tür hinter ihnen zufällt, kommt Fiete gerade vom Pipi machen zurück. Er wischt sich hastig die Hände an seiner Hose ab und schaut sich um. Niemand ist da. Niemand redet mit ihm. In seinem Bauch zieht es plötzlich ganz doll.

Auf einmal sieht er Mama vor sich. So wie damals. Sie hatte ihn draußen auf den Bordstein gesetzt und gesagt, er soll warten. Fiete hatte gewartet. Ganz brav. Und dann war das Auto angegangen. Erst ganz laut. Und dann wurde es immer leiser. Und dann war Mama weg gewesen.

Sein Herz klopft jetzt genauso schnell wie damals. Vielleicht holt Benni ihn jetzt auch nicht mehr ab. Vielleicht will er ihn nicht mehr haben. Vielleicht muss er jetzt für immer in der Kita bleiben Fiete bekommt Angst. Er läuft zur Tür und schiebt sie vorsichtig auf. Keiner merkt es. Draußen ist es kalt und grau. Der Wind macht seine Wangen nass und die Luft tut ein bisschen weh in der Nase.

Fiete geht los. Erst langsam. Dann schneller. Er weiß nicht wohin, nur weg von der Kita. Vielleicht findet er Benni ja irgendwo. Seine Augen werden heiß und Tränen laufen über sein Gesicht.

Papa? Keiner antwortet. Seine Brust tut weh und er schreit so laut er kann: PAAAAAAPAAAAAA?!

  • 🟢 Benni Kloppt, Sozialarbeiter & Pflegepapa
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    5 hours ago

    Niemaals lass ich dich für immer da Fiete! putzt Fiete die Nase bevor der Pulli endgültig verrotzt ist und kuschelt ihn ganz fest ran

    Hab ich doch versprochen, oder? Du darfst so lange bei mir wohnen wie du willst! Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen!