Noch stockdunkel liegt Maximilian im Bett und öffnet die Augen. Viel zu früh, die Uhr zeigt knapp fünf. Einen langen Moment starrt er an die Decke, dann schiebt er die Decke beiseite und läuft barfuß durch den kalten Flur in die Küche.
Ohne das Licht einzuschalten tastet er im Schrank herum, findet den letzten kleinen Muffin, der dort seit Wochen vergessen vor sich hin trocknet. Er steckt eine einzelne Kerze hinein und zündet sie an. Die winzige Flamme wirft schwache Schatten über den Tisch.
Maximilian zieht einen Stuhl heran, setzt sich, stützt die Ellenbogen auf die Tischplatte und legt das Kinn in die Hände. Er betrachtet die Kerze. Lange. Sehr lange.
“Wie im Traum. Wünschen, pusten, Erfüllung.” Er atmet tief ein, beugt sich vor und pustet die Kerze aus. Die Flamme erlischt sofort. Ein dünner Faden weißen Rauchs steigt auf und verblasst langsam.
Nichts geschieht.
Die Dunkelheit bleibt dieselbe.
Maximilian greift nach dem Muffin, beißt hinein. Der Bissen schmeckt alt und trocken. Er kaut, starrt den angebissenen Rest an und schleudert ihn mit einer müden Geste gegen die Spüle. Es klatscht leise, Creme schmiert über das kalte Metall und tropft langsam herunter.
Er nimmt das Handy, tippt Café öffnet heute erst ab 13 Uhr.
Senden.
Dann steht er auf, schlurft zurück ins Schlafzimmer und schläft mit einem kleinen zufriedenen Lächeln ein.