Nach dem Jugendclub ist Maximilian nach Hause gegangen. Der Tag war eigentlich rum, aber in seinem Kopf rotieren die Gedanken. Nach einer kurzen Nacht ist er um 5 Uhr früh aufgestanden. Das Gedankenkarussell auf Hochtouren.
Er war angeschrien worden und wusste im ersten Moment nicht mal, was genau das Problem gewesen sein soll.
Also ist er die letzten Tage durchgegangen. Wer, wann, was, wo, war. Was man gesehen haben könnte. Es wurde ihm recht schnell klar, wie einiges ausgesehen haben könnte. Ihn zusammen mit Nathalie. Gespräche über Liebe, über Dates, treffen auf Veranstaltungen. Wenn man das falsch zusammensetzt, kommt da schnell was anderes raus.
Die Gedanken kreisen weiter und rumsitzen bringt nichts.
Er möchte nur kurz frische Luft schnappen und sieht in seinem Garten Weide, Hasel, Zeug das im Weg steht. Maximilian holt die Astschere und fängt an zu schneiden. Einfach machen. Nicht groß nachdenken. Auspowern.
Eine Weile später sieht er das Chaos. Zuviel für den Komposter, zu wenig für den Wertstoffhof. Maximilian bindet die Zweite zusammen, damit sie nicht überall rumliegen und dann kam ihm die Idee.
Eine schnelle Dusche später kritzelt er eine kurze Notiz auf einen Zettel.
Hi Anni,
ich habe gelesen das Hasel und Weide für Ziegen sehr gesund sind. Hier sind zwei Äste. Ich habe zuhause noch drei große Bündel. Liegen auf der Einfahrt, bin vermutlich nicht zuhause.
Maxi
Vor ihrer Tür hat er die Äste hingelegt, so dass man sie direkt sieht. Den Zettel oben drauf.
Er hat nicht geklingelt und ist gegangen.


Erst nach dem dritten Klingeln reagiert Maximilian und kommt mit einer großen Axt um die Ecke des Hauses. In dem Moment, in dem er Anni erblickt, macht sich die Freude in seinem Gesicht breit.
Anni, hat die Hasel deinen Ziegen geschmeckt? Ich sehe gerade das Vanja heute ein Filmabend plant. Hast du Lust? Maximilian überschlägt sich mit seinen Worten.
/un oder zum nächsten Event. Ich glaube den Filmabend bekommen wir selbst mit Hausenzeit nicht richtig hin.
Die Ziegen haben sich sehr gefreut, danke. Ein kleines Lächeln huscht über Annis Gesicht, gepaart mit Unsicherheit, sie druckst ein wenig herum. Ich… heute Abend ist leider schlecht. Und ich muss auch gleich weiter, bin nur kurz in der Mittagspause vorbei gekommen. Tut mir wirklich leid. Vielleicht… wann anders? Und vielleicht… Können wir vorher mal reden? ^über gestern und so?^
Oh, ist okay. Er lässt einen Moment verstreichen. Reden… Reden fände ich gut… Muss auch nicht sofort sein… Ich bin die nächsten Tage im Café. Zwischen dem ganzen Trubel finden sich sicherlich ein paar ruhige Minuten mit Franzbrötchen und Kakao. Er lächelt Anni an, nimmt ein großes Stück Holz und spaltet es mit wenigen Schlägen. Es bedeutet mir viel, das du nochmal kurz vorbeigekommen bist aber du kennst es ja, die Arbeit ruft… Anni hört im gehen nurnoch Maximilian, wie er mit sehr männlichen Geräuschen das Holz weiterspaltet.
Als Anni beim weggehen die sehr verzweifelten Axtschläge ins gefrorene Holz hört, fragt sie sich, ob Maxi weiß, dass es bessere Monate für Holzarbeiten gibt.