Niko steht auf einer Wiese unweit des Kuhhofs. Vor ihm steht ein improvisiertes Rednerpult, neben ihm eine goldene Schaufel. Die Autobahn GmbH will Fakten schaffen und hat bereits heute zum ersten symbolischen Spatenstich eingeladen, obwohl noch nicht einmal das Planfeststellungsverfahren begonnen hat. Man sieht Niko die Anspannung der letzten Tage mehr als an. Er wirkt fahrig und übernächtigt, die Haare sind fettig. Er hat die letzten Tage viel mit Robin gesprochen und gemerkt, dass sie auch nicht überzeugt ist von der Autobahn. Zudem fragt er sich seit ein paar Tagen, ob es das alles wert ist. Klar, er hat noch ein paar weitere tolle Ideen für Hausen (die Tierkörperverwertungsanlage, den Forschungsreaktor und die Bleicherei), aber auf der anderen Seite merkt er, wie er durch den Stress und den ganzen Streit immer mehr abbaut. Er schaut in die Menschenmenge vor ihm. Mittig stehen die Vertreter der Autobahn GmbH, rechts davon die Befürworter des Projektes und links die Gegner mit Transparenten und Trillerpfeifen. Beide Gruppen sind in etwa gleich groß. Niko holt tief Luft und beginnt dann zu sprechen:

Ja … hallo erst mal. Ich wollte hier heute den symbolischen ersten Spatenstich für den Autobahnbau machen. Aber die letzten Tage haben mich zum Nachdenken gebracht. Nicht nur der Brandanschlag auf das Rathaus, nein, auch die gesamte Auseinandersetzung der letzten Tage haben mich an meine Grenzen gebracht. Und ich will das so nicht. Ich war und bin fest davon überzeugt, dass die Autobahn etwas Gutes für Hausen ist, aber unter diesen Umständen sehe ich nicht, dass ich da viel zu dem Gelingen beitragen kann. Zudem hat mich Robin darin bestärkt, auch die andere Seite zu verstehen und mich mit den Argumenten auseinanderzusetzen. Wie auch immer:

Hiermit trete ich als Bürgermeister der Gemeinde Hausen mit sofortiger Wirkung zurück!

Ich will nicht mehr länger zwischen den Gruppen stehen. Ich will einfach nur wieder ein normaler Bürger in Hausen sein, ohne die ganzen Anfeindungen und den ganzen Streit. Das Amt des Bürgermeisters geht somit auf den Stellvertreter über. Da es diesen im Moment nicht gibt, habe ich in letzter Amtshandlung vor wenigen Minuten Fiete, als gewählten Kinderbürgermeister, zum Stellvertreter ernannt. Hoffentlich hat er mehr Glück mit dem Amt und führt es bis zur nächsten Wahl gut.

Ich danke für eure Aufmerksamkeit.

Niko geht vom Rednerpult weg und verlässt dann mit Robin zusammen langsam den Acker.