Nach der Nacht auf der Rückbank würde Nathalie es heute eigentlich gerne ruhig angehen, ihre Mitarbeiter sind schließlich auch am Arbeiten, doch irgendwie kann sie Maximilian nichts abschlagen und hat für heute Abend ein Date vereinbart.
Nachdem sie in ihre Mittagspause ihren Mantel aus dem Jugendclub geholt hat, ihr Handy sicherheitshalber aufgeladen und das Auto durchgeprüft hat, ist der Tag schon vorbei und sitzt sie an ihrem Schreibtisch grübelnd. Etwas mehr Zeit zum planen hätte sie schon gebrauchen können, doch jetzt ist schnelles Handeln gefragt, Nervös tippt sie die Mine ihres Kugelschreiber rein und raus, als ihr einfällt, noch immer einen Schuhkarton mit sinnlosen Gutscheinen zu haben. Nachdem sie die abgelaufenen weggeworfen hat, zum Glück waren sie schon alle in einem Kuvert mit “2025” darauf, zieht sie solange einen Gutschein aus den 2026 ablaufenden, bis sie etwas passendes gefunden hat.
Glücklich geht sie zu ihrem Schrank, stellt sich ein Outfit bestehend aus Tellerrock, Bluse und Wollblazer zusammen und geht noch einmal mit ihrer Seife duschen. Nachdem sie wieder trocken ist, für Schminke bleibt jetzt wirklich keine Zeit mehr und nur noch schnell einen Lippenstift aufsetzt, bleibt ihr Blick an der Krawattenschublade hängen. Kein schlechtes Notfallupgrade findet sie, steckt eine in ihre Handtasche, vergewissert sich jetzt wirklich alles zu haben und fährt im C140 bei Maximilian vor.


Alles klar. Wichtig ist, mach genau das was ich sage, ok? Er holt sein Portemonnaie heraus, legt inkl. Trinkgeld genug auf den Tisch um die Rechnung bezahlt zu haben.
Nathalie möchte einfach nicken, findet es dann aber lustiger, die Zunge raus zu strecken, zu hecheln und die Arme so zu halten als seie sie ein folgsamer Hund.
Braver Hund! Maximilian steht auf und zieht sich seinen Blazer an. Er greift nach der Innentasche und zieht einen schwarzen Stift heraus. So, und… Perfekt.
RENN Er greift nach Nathalies Hand, greift ihre Tasche und rennt hinaus. Auf dem Weg ruft er der Kellnerin zu, Geld liegt auf dem Tisch, stimmt so.
Nathalie lässt sich von ihm mitreißen, sie wusste gar nicht, dass man so schnell in Stiefeletten rennen kann.
Drei Straßen weiter hören sie auf zu rennen. Zufällig stehen sie genau vor Schmitties Schnitzelschmiede. Er greift in seine Hosentasche und holt ein paar Erdnüsse heraus. Erdnuss? Er lacht. Das ist ein Laden nach meinem Geschmack. Was hälst du davon, wir gehen rein, ich lade dich ein, bestelle etwas für dich, was ich gerne mag, du bestellst etwas für mich was du ^falls du etwas^ gerne magst und anschließend treten wir den Heimweg an? Schließlich ist es doch schon sehr spät geworden.
Nathalie ist noch etwas außer Atmen und kann deswegen nicht sagen, wie dumm sie diese Argumentation findet. Als sie zu Atmen gekommen ist, steht Maximilian schon an der Schlange und bestellt sich das doppelte Cordon Bleau. Ich nehme das … Scharfe Kalbschnitzel mit Meerrettichsauce.
Das sieht doch hervorragend aus. Maximilian lächelt bis über beide Ohren. Also dann erzähl mal. Wo bist du aufgewachsen?
Nathalie kann es sich nicht ganz verkneifen genervt zu sein darüber, dass er jetzt plötzlich auf seinen Terrain reden will, lächelt ihn aber an und versucht noch das Beste daraus zu machen. Alten Wolfsau.
Alten Wolfsau, da hab ich was. Hör zu Nathalie.
Nicht Wolf im Schafspelz, sondern Sau im Altersheim.
Maximilian bekommt sich vor Lachen kaum ein. Die Kundschaft um ihn herum gibt den Zwei große Sideeyes.