Maximilian wacht auf, viel zu früh.
Graues Morgenlicht, irgendwo draußen ein Auto, das viel zu laut klingt. Er liegt auf dem Rücken, nur im Schlüpper, die Decke halb runtergerutscht.
@Brunning_at_BD20@lemmy.dorfrollenspiel.de schläft noch, dicht an ihn gerückt, ihr Arm über seinen Bauch.
Er geht die Nacht durch, mehrmals.
Er hat getrunken, viel getrunken. Kein Filmriss, kein Ups.
Trotzdem zieht es im Magen.
Er löst sich aus Nathalies Arm und greift nach dem Handy.
Denkt lange nach. Löscht. Schreibt neu.
"Hey @Anni@lemmy.dorfrollenspiel.de. Ich schreibe dir das, weil ich ehrlich sein will.
Nach dem Dorffest bin ich nicht allein eingeschlafen. Es ist nichts passiert, was Grenzen überschreitet.
Mir war wichtig, dass du das von mir hörst und nicht von wem anderen."
Er legt sich wieder hin und starrt an die Decke. Mehr kann er gerade nicht richtig machen.


Nathalie dreht sich um, kurz kann sie den Herd auch unbeaufsichtigt lassen. Maximilian, ich kann dir sagen was du willst, aber ich glaube, es hilft dir viel mehr alles hinaus zu schreien, als dass ich dir irgendetwas erzähle, was du hören willst. Oder soll ich dich fragen, was ich dir sagen soll?
Ja! Ich verstehe nämlich garnichts mehr. Ich weiß nicht wie ich in diese Situation geraten bin. Er steht auf, tritt nah an Nathalie heran. Sie spüren gegenseitig ihren Atem. Sag mir, was ich dich fragen soll, was du mir sagen sollst.
Statt ihm etwas zu sagen gibt Nathalie ihm einen Kuss. Nicht schüchtern, nicht mit Zunge, ohne dass ihre Nasen irgendwie kollidieren oder dass er mechanisch wirkt; einfach einen ehrlichen Kuss.
Der Kuss wird nicht erwiedert. Maximilian dreht sich um und setzt sich an den Küchentisch. In Gedanken ist er bei Anni und jetzt hat er hier eine Frau, welche ihm nähe gibt und real scheint. Jedoch hat sie ein ambivalentes Bindungsverhalten.
Nathalie, das sollten wir nicht machen. Ich bin niemand für eine Nacht. Ich kenne dich nicht. Ich glaube ich bin an einer anderen Frau interessiert.
Dann weißt du doch jetzt alles, dass du brauchst. Nathalie dreht sich wieder zum Herd, ihr Rührei hat inzwischen etwas zu viel Bräune angesetzt. Willst du auch etwas?
Maximilian ist erstaunt. Hat Nathalie das alles gemacht um ihn auf die richtige Spur zu bringen? Ja, gerne. Er stochert mit der Gabel im Rührei herum. Das ist ganz schön braun.
Ich weiss, also, Nathalie streckt sich, was machen wir jetzt?
Du gehst nach Hause.
Ich bleibe zuhause.
Du bist sicher, dass jetzt selbst hinzukriegen? Dann kann ich jetzt wirklich gehen, danke für die Sachen. Nathalie geht und lässt Maximilian mit seinen Gedanken und dreckigem Geschirr alleine.