Jaël blickt unsicher auf ihre Uhr, dann auf die des Bahnsteiges, dann auf Maikki: In Zukunft sollte sie vermutlich wirklich immer fliegen, so lange wie sie schon auf die Regionalbahn in die Stadt wartet.

“Ist was?”, Maikki steht immer noch neben ihr in der Kälte, die Babys im Bollerwagen und Katriel wie immer dösend auf dem Arm.

Nein wieso?

“Du stehst so unruhig. Musst du auf das Klo? Hast du Hunger, ich kann dir schon etwas aus deinem Rucksack holen. Oder willst du einen Tee?”

Maikki, dass einzige was ich brauche ist ein Zug der jetzt mal kommt, ich hab schon eine Stunde Umstieg für die Stadt eingeplant, aber wenn ich meinen ICE trotzdem verpasse, wartet weder die SBB in Basel noch der Pförtner in Spezia auf mich ― und ich möchte wirklich nicht die Person auf Arbeit sein, die als Ersteindruck unpünktlich ist!

“Du wirkst nur so ― sicher dass du schon bereit bist?”

Warum sollte ich nicht bereit sein?! Wir haben doch ein System!?

“Ja sicherlich, wir haben für alles ein System, aber …”

Maikki, wir können uns weder unseren Lebenstandard leisten ohne dass ich arbeite, noch wird unser Leben jemals besser sein, wenn ich nicht diesen heillos überbezahlte Stelle jetzt antrete!

“^Du hast recht, dein Zug kommt jetzt auch …^”

Jaël drückt noch allen vier Babys einen Kuss auf die Stirn, wirft sich den Rucksack auf den Rücken und flüstert Katriel etwas auf Französich zu, Dann bis nächsten Freitag, ich schicke euch auch ganz viele Bilder von überall wenn ich kann! Und nicht die Muttermilch aus der hinteren Truhe abtauen, die ist Eisses-Reserve!, Jaël lacht noch sichtlich über den schlechten Wortwitz als sie schon sitzt und der Zug abfahrt.

Maikki sieht ihr noch nach, dann wendet sie den Bollerwagen und stapft durch den Schnee, schnell wischt sie sich die Tränen aus dem Gesicht, sie würden sonst sicherlich bis zu Hause festgefroren sein.