3 …
2 …
1 …
WHOOOOOOO!!!
Der Schrei zerreißt die Nacht. Über dem Recyclinghof explodieren die ersten Raketen und färben den Himmel in flackernde Farben. Die WG wird zu einer einzigen Umarmung.
Bilder schießen unaufhaltsam in Stacys Kopf. Der Moment, als sie mit einem Rucksack und viel zu viel Stolz in der Kälte stand und nicht wusste, wohin. Nur, dass sie wegmusste. Der Tag an dem sie im HDH angenommen wurde, obwohl sie keine Ahnung hatte, was sie tat. Die WG, wie sie zum ersten Mal zusammen am Tisch saßen und so taten, als wäre Chaos ein Plan. Freddy auf der Couch. Jerome auf der Luftmatratze und später auf dem Dachboden. Zu viele Enten. Eine Ohrfeige, die sich perfekt angefühlt hat. Der Abschied von Freddy. Der Moment, als sie dachte, dass sie das nicht übersteht und es dann doch getan hat.
Stacy schluckt. Sie merkt, dass sie lächelt. Nicht, weil alles leicht war. Sondern, weil sie geblieben sind. Die sechs lösen sich aus der Umarmung, stoßen an. Gläser klirren, jemand verschüttet etwas, jemand flucht, jemand lacht. Der Rest der Nacht gehört ihnen: laut, chaotisch, mit kleinen Streitereien, liebevollen Beleidigungen, Nackenklatschern. Und mit dem leisen, unausgesprochenen Wissen, dass sie die Familie sind, die sie gebraucht haben.


