Der Kuhhof liegt süd-östlich des Dorfkerns, leicht erhöht, mit freiem Blick über die angrenzenden Felder. Inoffiziell heißt er so, weil hier Kühe stehen. Offiziell nennt man ihn seit Jahren den Glückshof. Bea, die Besitzerin, bietet pädagogische Programme an: Alpaka-Wanderungen, Tiere streicheln, Verantwortung übernehmen, zur Ruhe kommen. Ein Ort, der heilt, sagen manche. Ein Ort, der neutral sein sollte. Im Krieg ist Neutralität jedoch eine fragile Sache.
Der Hof ist strategisch bedeutsam. Von hier aus lassen sich die östlichen Wege einsehen, den kompletten Hausener Süden kontrollieren, der Hang bietet natürlichen Schutz. Lange gilt der Glückshof als Teil von Freddys Einflussgebiet, nicht wegen politischer Nähe - Bea wird hinterher eher Stacys Seite zugeordnet -, sondern wegen Geografie. Wer den Hof hält, hält den Osten besser zusammen. Dass Stacy ausgerechnet hier angreift, wird später als Wendepunkt bewertet werden.
Der Angriff erfolgt überraschend. Zu überraschend für viele. Der Schnee ist noch unberührt, Nebel liegt über dem Tal. Die Tiere sind im Stall, das Gelände wirkt verlassen. Beobachter berichten, dass Stacys Truppen geschlossen auftreten. Angeführt werden sie von Stacy selbst, die die Fahne mit dem schwarzen Wolf an ihr Schneemobil gebunden hat. Sie kommen von Westen, nutzen die Baumreihe als Deckung, arbeiten sich langsam vor. Schneebälle werden vorbereitet, sorgfältig, nicht hastig. Es ist kein ausgelassenes Gefecht wie auf dem Kirchplatz. Die Stimmung ist konzentriert. Freddys Leute sind auf dem Hof verteilt. Einige sichern den oberen Bereich, andere halten sich nahe der Scheunen auf. Sie rechnen nicht mit einem Angriff hier. Zumindest nicht jetzt. Der Glückshof galt als sicher.
Der erste Kontakt entsteht an der Holzumzäunung. Schneebälle fliegen flach, gezielt. Keine Warnung. Keine Vorankündigung. Die ersten Treffer sitzen, mehrere der östlichen Verteidiger gehen in Deckung. Innerhalb weniger Minuten ist klar: Das ist kein symbolisches Gefecht. Das ist ein Vorstoß. Der Hof verwandelt sich schnell. Schneebedeckte Heuballen werden zu Barrikaden. Die niedrigen Mauern entlang der Weide dienen als Schutz. Der Hang, sonst Vorteil, wird zum Problem: Wer oben steht, ist sichtbar. Wer unten angreift, verschwindet im Gelände. Stacys Truppen nutzen das. Sie rücken etappenweise vor, sichern Gelände, halten Positionen. Beobachter sprechen später von einer ungewohnten Disziplin. Keine unnötigen Vorstöße. Kein blindes Werfen. Treffer werden genutzt, um Raum zu gewinnen.
Freddys Gegenwehr ist heftig, aber unkoordiniert. Einzelne Gruppen stoßen vor, werden zurückgedrängt. Schneebälle prallen gegen Scheunenwände, gegen Holztore, gegen Rücken. Mehrfach wird jemand getroffen, rutscht aus, steht wieder auf. Die bekannten Regeln gelten weiterhin. Verletzten wird geholfen. Doch das kostet Zeit. Zeit, die der Osten verliert. Nach etwa fünfzehn Minuten ist der untere Teil des Hofes in Stacys Hand. Die westlichen Truppen haben sich bis zu den Ställen vorgearbeitet. Bea selbst soll kurzzeitig auf dem Hof gewesen sein, sich dann aber zurückgezogen haben. Später wird sie sagen, der Glückshof sei kein Ort für Kriege.
Der entscheidende Moment kommt leise.
Kein großer Angriff, kein Durchbruch. Stattdessen ziehen sich Freddys Leute schrittweise zurück. Erst ein Posten, dann zwei. Der Hang wird aufgegeben. Die oberen Wege werden frei. Die östliche Verteidigung bricht nicht zusammen. Sie löst sich auf. Als die Fahne schließlich gehisst wird, ist kaum noch jemand da, der es verhindern könnte. Stacys schwarzer Wolf weht über dem Hof.
Der Schnee ist zerwühlt, die Spuren führen nach Osten zurück. Beobachter erzählen hinterher von zwei Schneemobil-Spuren, die nebeneinander herführen. Genau lang genug für ein kurzes Gespräch: wie geht es dir, findest du es genau so geil wie ich? Dann trennen sie sich, die eine führt nach Osten, die andere nach Westen. Der Glückshof bleibt zurück, gezeichnet, aber unzerstört. Die Tiere bleiben ruhig. Doch seine Zugehörigkeit hat sich geändert.
Später wird man sagen, dies sei der Moment gewesen, in dem klar wurde, dass Stacy nicht nur verteidigt.
Und der Osten ist von nun an nicht mehr sicher.


war schon nahe dran Julien nen Schneeball in die Fresse zu hauen… Aber, Regeln. Hält Hand hin komm Regeln sind Regeln wer fällt kriegt Hilfe
Julien nimmt Michis Hand und zieht in zu sich in den Schnee und bewirft ihn mit einem Schneeball den er heimlich in der anderen Hand hatte. Feentastisch! 🧚🏼♂️🤭😝
Ernsthaft alter 🙄 packt so viel Schnee wie er in die Hände kriegt und seift Julien damit ein
Aaaaaaaaah Juliens Tränen gefrieren. 😭😭😭😭