“Wie konnte es so weit kommen?”
Diese Frage werden sich die Leute später stellen. Was ist passiert, wie hat es begonnen, und ja: Wie konnte es so weit kommen?
Die Geschichte beginnt in einem Dorf, in der Weihnachtszeit. Verschneit liegt es da, der letzte Weihnachtstag neigt sich dem Ende zu und Bürgermeister Niko Schulte-Daldrup hat zum Stephanus-Steinigen geladen, einem im Dorf gänzlich unbekannter Brauch, den er aus dem fernen Münsterland mitgebracht hat. Die Menschen, die das Dorf bevölkern, kommen zusammen, Familien stehen neben Freunden stehen neben Liebhabern. Doch all diese Beziehungen werden in den nächsten Tagen auf die Probe gestellt werden. Denn im Krieg muss man eine Seite wählen und sich dabei manchmal gegen die eigenen Leute stellen.
Das Stephanus-Steinigen war nur der Anfang. Ein Abend voller Spaß, Gelächter und Alkohol. Männer haben Steine in den Taschen, denn den Stein nicht dabei zu haben hieße, eine Runde ausgeben zu müssen. Ein seltsamer Brauch, aber Niko kontrolliert eifrig und jeder zeigt seinen Stein vor. Kinder spielen draußen im Schnee und es dauert nicht lange, bis die ersten Schneebälle fliegen, angetrieben von kleinen Händen und Kinderlachen. Ein Spaß? Noch.
Denn genau in diesem Moment, als die ersten Schneebälle fliegen, treten sie aus der Tür. Stacy McKäsi, später bekannt als die Unbezwingbare, die Herrscherin der westlichen Territorien. Und neben ihr, Freddy Schorch, später von allen NoScope360 gerufen, der Herrscher der östlichen Territorien. Noch Hand in Hand, vereint in einer jungen Liebe, die scheinbar jeder Belastung standzuhalten scheint. Nicht mal Stacys übellauniger Vater konnte sich zwischen sie drängeln. Doch wird ihre Beziehung auch den Krieg überstehen?
Die beiden stehen vor dem Rathaus, lachend, sie ein Glas Sekt in der Hand, er eine Dose Spezi Zero, und freuen sich des Lebens, des Schnees und ihrer neuen Schneemobile, die in der Nähe geparkt sind. Sie betrachten die Kinder, die sich lachend Schnee gegen die Brust oder die Beine werfen. Übermütig nimmt auch Stacy eine Hand voll Schnee und formt sie mit geschickten Händen zu einer fast perfekten Kugel. Holt aus. Wirft.
Der Schneeball trifft die Hauswand gegenüber, begleitet vom Lachen von Stacy und Freddy, der bereits einen Schneeball formt. Auch sein Schneeball fliegt und trifft sauber gezielt eine nahestehnde Straßenlaterne, die kurz flackert. Stacy wirft wieder einen Ball, zielt sauber, trifft eine Mülltonne, Freddys nächster Schneeball landet auf einem Gartenzaun. Und so hätte dies ein friedlicher Abend voller Gelächter bleiben können. Doch das Schicksal wollte es anders.
Später weiß keiner mehr genau, wer den ersten Schneeball auf den anderen geworfen hatte. Aus dem lustigen Geplänkel wird eine ausgedehnte Schneeballschlacht. Und da man sowohl über Stacy als auch über Freddy sagen kann, dass sie keine halben Sachen machten, wurde auch keine Gnade gezeigt. Schneebälle fliegen gegen Arme, Beine und ins Gesicht. Von der Kälte rot glühende Gesichter werden von Schnee getroffen, Stacys Mütze fliegt vom Kopf, Freddy verliert einen Handschuh. Die erste Schlacht, und es ist heute nicht möglich, einen Sieger auszumachen.
Irgendwann reicht es Freddy. Er hebt seinen Arm, zeigt auf Stacy und ruft laut:
STACY MCKÄSI!! Das bedeutet Krieg!!
Die Antwort erreicht ihn in Form eines Schneeballs, der seine rechte Schulter trifft. Freddy dreht sich um, stürmt zu seinem Schneemobil und fährt in die Nacht davon.
So hat es alles begonnen. Doch wie konnte es so weit kommen?


HÖMMA DORO! WECH IS FREI!
Dann wechselt er mit gelernter Flinkheit und Präzision seinen Standort