Johan steht am Altar der Erlöserkirche Sankt Hildegard am Altar und hält eine Messe für die Leute hier in Westend. Es sind nur wenige junge Leute anwesend,aber Johan ist das im Moment nicht so wichtig. Er will ihnen nur das Wort Gottes näherbringen,dass er sie von ihren Leiden erlöst und diese Gegend in ein gutes Viertel verwandelt.
Lasset uns beten Johans Stimme hallt durch die Kirche,bevor auch er ein stilles Gebet spricht. Bitte,oh Herr hilf diesen Menschen wieder auf den richtigen Weg,so wie du auch mich einst zum Glück führtest. Einige von ihnen mögen schwere Sünden begangen haben,aber sie kommen zu mir,um um Vergebung zu bitten. Ich bitte dich,nimm dich ihre an und führe sie zum Licht. Amen.
Gelassen macht er weiter mit der Messe. Er sieht die traurigen Blicke der Menschen,aber er sieht auch noch die Hoffnung,die in vielen ihrer Gesichter liegt. Die Hoffnung auf eine bessere Zeit. Und das macht auch Johan Hoffnung. Er weiß,dass seine Mühen nicht umsonst sind. Dass er tatsächlich einigen Leuten helfen kann,auch wenn es nur wenige sind.
Nach der Messe macht sich Johan auf,um ehrenamtlich in der Tafel zu helfen,so wie es das heilige Wort verlangt. Er sieht es als seine heilige Pflicht jenen zu helfen,die es wirklich schwer haben. Langsam und bedächtig bahnt sich seinen weg durch zugemüllte Straßen,die aufgrund des enormen Wetters teilweise richtig stinken. Er stellt eine Flasche Wasser neben einen Obdachlosen,der im Schatten einer Gasse an eine Hauswand liegt und geht weiter über die kleine Brücke,die über einen kleinen Bach läuft,vorbei an Baustellen und heruntergekommenen,sanierungsbedürftigen Häusern. Die triste,kaltherzige Athmosphäre dieser Stadt zieht auch Johan runter und für einen Moment wird er traurig,als er sich seinen Weg durch eine besonders heruntergekommene Straße bahnt. Er kann diesen Leuten nicht helfen. Zumindest nicht so wie sie es brauchen. Klar,er kann hier und da ein paar kleine Fuere austreten,kann den Obdachlosen was zu essen geben,aber die großen Probleme,dass die Leute nicht mehr verarmen und dass sie immer mehr werden,das kann er nicht verhindern. Er versucht diese Gedanken wegzuwischen,aber sie wollen ihn wieder einmal nicht loslassen. Er wird sich zu Tode schuften und es wird sich nichts ändern für die Leute hier. Aber er muss doch weitermachen. Was sonst soll denn passieren? Er kann die Leute hier doch nicht verkommen lassen.
Eine Stimme in seinem Kopf sagt ihm,dass er sie doch alle im Dreck liegen lassen soll,schließlich helfen sie ihm ja auch nicht. Eine andere,friedlichere Stimme sagt ihm,dass die Leute ihm sehr wohl schonmal geholfen haben,das aber nicht der Punkt sei,schließlich tue man das ja für seine nächsten. Johan sieht wieder gedanklich Engel und Teufel auf seinen Schultern sitzen und ringt mit ihren Argumenten. Der Teufel auf seiner Schulter spricht erneut und sagt ihm,dass all diese Mühen umsonst sein,diese Stadt würde sie eh verschlingen. Der Engel verneint dies und meint,dass selbt der kleinste Funke an Hoffnung ein Feuer entfachen wird und es Tage gibt,die auswegslos scheinen. Der Engel bittet Johan,sich an Noah und Moses zu erinnern,die sich beide der gewaltigen Aufgabe gestellt haben,die Menschen aus ihrer misslichen Lage zu befreien,auch wenn es erst einmal auswegslos schien. Johan lächelt und denkt an Jesus,der sich für unser aller Sünden geopfert hat. Ein solches Opfer wird er nie bringen können,aber er wird für die Leute hier da sein,komme was wolle. Er wird sein bestes versuchen und mehr wird er einfach nicht tun können. Die beiden Wesen verschwinden wieder von seinen Schultern und Johan stapft weiter durch das heruntergekommene Viertel.
Bald darauf kommt er an einem Spielplatz vorbei,an dem ein paar Jugendliche abhängen. Er beachtet sie erst nicht groß im Augenwinkel,aber plötzlich nähern sie sich ihm und stellen sich ihm in den Weg. “Wo willst du denn hin alter Mann?” Sagt einer der jungen Bedrohlich,doch Johann fürchtet sich nicht,denn er weiß,dass er Gott den Herrn an seiner Seite hat.

