6:15. Kalle verlässt das Gelände des Verladehafens. Er klappt den Kragen hoch und setzt seine Dockarbeitermütze auf. Er zieht sein Fahrrad aus der Box und fährt los. Der Nieselregen legt sich wie ein nasser Schleier auf sein Gesicht. Die Tropfen sammeln sich in seinem Bart. Er hält am kleinen 24h-Kiosk und kauft sich einen kleinen Underberg. Der Kräuterschnaps läuft wärmend seine Kehle hinab. Er schüttelt sich kurz, steigt wieder auf sein Rad und macht sich auf den Weg zu seiner kleinen Bude am Bruckberg.
117 Meter vor der Haustür steht ein Lastenrad quer über den Weg gestellt. Das kleine Fleckchen Erde zwischen den Parkboxen, in dem normalerweise nur das typische, kleine, traurige Bäumchen steht ist mit bunten Blumen bepflanzt. Ein Schild steckt darin “Eine Oase im Grau der Stadt”. Kalle schüttelt den Kopf und lacht verächtlich auf, wie jedes Mal wenn er daran vorbeikommt. Er hält kurz an und schiebt das Lastenrad zur Seite. Dann lässt er die Luft aus den Reifen und schiebt sein eigenes Fahrrad die letzten Meter bis zu seiner Haustür. Dabei schaut er sich um. Immer mehr Fenster sind mit Regenbögen, Sonnenblumen und ähnlichem beklebt. An der Hauswand gegenüber hat jemand ein Banner aufgehängt “Unser Kiez soll schöner werden”. “Hömma datt is nich euer Kiez…könnta euch nich einfach verpissen?” denkt Kalle, schließt die Tür auf, bringt sein Fahrrad in den Keller und stapft dann die Treppe hinauf in den 5. Stock. Auf Etage zwei riecht es nach Sandelholz und Patchouli. Der Feind ist schon im eigenen Haus


🙄 Tiktok hat gesagt wenn du nen Undercoverbullen fragst ob er ein Bulle ist muss ers dir sagen, das war gelogen, hab dem Gras verkauft
Kalle rollt die Augen und schaut auf die Gesetzeshüter
Hömma du meins bestimmt du wolltes ihm kein Gras verkaufen…
“Pfeife” murmelt er in seinen Bart