Sybille läuft mit vier großen Bechern Radler ― davon Einer gemäß “Schöne Frauen”-Rabatt kostenlos ― durch die Wirren des Altstadtfest Buckow(Klein) zum vereinbarten Treffpunkt am Dorfbrunnen. Ihre Freundinnen, Sophia (Bratwurst) und Fyni (Pommes Frites), sind noch nicht da. NAch zwei weiteren Minuten des Wartens setzt sie sich auf die nahe Treppe und beginnt einer weiteren Minute damit, das kostenlose Bier zu trinken.
So ein Altstadtfest irgendwo im nirgendwo,
Denkt sie sich:
Ist einfach scheiße langweilig. Keine coolen Bands, keine Veranstaltung und selbst Public Viewing gibt es später nicht. Nur Bläserkapelle, Kirchchor und eine Tanzperformace der 7b.
Sie trinkt weiter am Bier:
Bin ich froh, wenn ich endlich hier weg bin, Amsterdam, Barcelona oder Wien sind alles besser als dass hier. Hoffentlich langweilen sich Fyni und Sophy in der Schlange und haben sich nicht wieder ablenken lassen von irgendetwas ― Okay, wie kann man hier schon abgelenkt werden?
Sie trinkt weiter und merkt dabei, dass sie Eiswürfel schon geschmolzen sind:
Schade, dass Cedy heute wieder arbeiten muss, könnte ich zwar nicht mehr das Bier trinken, aber sie ist immer gut zum reden.
Nachdem immernoch nicht ihre Freundinnen da sind und das erste Bier schon leer ist, setzt sich Sybille noch weiter weg in den Schatten und beginnt, sich die Besucher des Festes anzusehen und dabei vorzustellen, was deren geheimen Hobbies sind.


Einmal kurz abgelenkt hat Lotti nicht bemerkt,dass der Mann plötzlich hinter ihr steht. Lotti wird rot und traut sich nicht,sich umzudrehen. Nach einer Weile traut sich Lotti hinter sich zu schauen,wirft einen flüchtigen Blick auf den durchtrainierten Mann und dreht sofort ihr Gesicht wieder weg. Boah man wie peinlich wär das wenn der das jetzt mitbekommen hat,dass ich den voll toll finde.
Die Schlange wird kürzer und Lotti steht nun fast vor dem Imbisswagen
Lotti spürt ein kurzes Tippen auf ihrer Schulter: Hey, kannst du kurz vorlesen, was es hier alles gibt, hab meine Brille im Auto liegen lassen und will nicht wie ein Rentner erst einmal drei Minuten alles durchlesen, bevor ich etwas bestelle.
Lotti schrickt einmal kurz auf,als der Mann ihr plötzlich auf die Schulter tippt.
Ähh,klar,äh…kann ich gerne machen. Lotti wird rot wie eine Tomate und erwischt sich dabei wie ihr Blick immer mal wieder(und manchmal was länger) an den starken Armen und Schultern des Mannes hängen bleibt.
Äh…Also als erstes gibt’s hier hier ne Currywurst für 3,50€ und kurzer Blick auf seine breiten Schultern. Lotti wird wieder rot Ähhh… Ach genau,du kannst auf jeden Fall noch für 2,50 ne Pommes holen oder für 5,50 holst du dir ne Currywurst mit Pommes.
Flüchtiger Blick auf die Bauarbeiter-Pranken von dem Mann. Lotti schafft es sich nicht auf die Unterlippe zu beißen Oh,ähm…und sonst ham die noch so holländische Küche halt,Frikandeln und so.
Holt einmal tief Luft
Während Lotti dem unbekannten Mann die Speißekarte erklärt hat sich ein eher hagerer,großer Mann hinter ihm in die Schlange geschoben und sieht den beiden still zu, bis Lotti fertig ist:
Jens, ich dachte den Trick machst du nur bei heißen Jungs? Willst du mich etwa neidisch machen?!
Jens dreht sich um: “Paul, du wirst doch schon neidisch, wenn ich dir keine Pommes abgebe.”
Paul geht in einen Schritt auf Jens zu und lässt in einer fließenden Bewegung seine Hand in die Hintertasche der Jens’ Jeans und seine Zunge in dessen Mund wanderen; statt Dank für ihre Hilfe hört Lotti jetzt nur noch die schmatzende Erwiederung von Jens.
Als Lotti den hageren Mann bemerkt,kann sie endlich klare Gedanken fassen.
Sie hört das Gespräch der beiden Männer,sieht wie sie sich abknutschen und ihre Welt bricht auseinander.
Mein Gott wie oberpeinlich ist das denn!? Nicht nur,dass ich den voll angestarrt hab,der ist einfach schwul. Safe hat der meine Blicke auch bemerkt.
Lotti würde am liebsten auf der Stelle im Erdboden versinken oder ganz weit weg sein,an einem Ort,wo sie niemals wieder jemand finden kann,so so peinlich ist ihr das.
Am besten ich wander einfach aus,bau mir irgendwo nen Iglu in der Arktis und komm nie wieder zurück.
Während die beiden Männer knutschen versucht Lotti sich unbemerkt aus dem Staub zu machen,wird aber von der hard genervten Bedienung abgerutscht.
Hallö! Wölltn sö nich grad nöch was bestelln,jünges Fröllein? Sagt der Typ mit irgendeinem Akzent ausm Osten. Lotti erstarrt kurz,dann rennt dann rennt sie davon. Bloß weg hier.
Der Mann mit starkem Leipziger Akzent schüttelt nur den Kopf und richtet sich nun an die beiden Männer.
Na,ühr beiden. Wöllt ühr was bestelln ödr nür rümknütschn? Isch könnt euch nö Cürrywürst anbietn.
/un Richtig geiler Plottwist von dir,ich liebe es.
Sybi muss sich zusammen reißen um nicht zu kichern als sie Lotti wegrennen sieht.
Lotti rennt mit hochrotem Kopf in Sybis richtung,scheint diese aber nicht zu beachten. In ihrer Hektik verliert Lotti versehentlich ihre Airpods(schön beschissen bemalt in schwarz,rot,Gold),welche etwa zwei Meter von Sybi entfernt auf dem Boden landen
Sybi ist noch damit beschäftigt den beiden Männern beim Knutschen zu zusehen und einfach zu abgelenkt ― nicht anders wohl auch Lotti, die etwa zwanzig Meter weiter in Fryni hineinrennt. Die beiden kollidieren, zwei mittlere Portionen Pommes Frites fliegen in die Luft und regnen hinunter auf die am Boden liegende Fryni: Ti ëlithia malaka katsika pou eisai!
Lotti wird plötzlich aus ihren traurigen Gedanken gerissen. Sie vergisst kompleet ihren Scham und glotzt jetzt die junge Frau vor ihr an,die sich in irgendeiner fremden Sprache aufregt.
Oh…sorry.
Lotti streckt ihre Hand aus um Fryni aufzuhelfen,wobei sie es sich aber nicht nehmen kann die junge Frau abschätzig zu mustern. Die kommt safe aus Osteuropa. Und da kommen eh nur Vollidioten her,das sieht man ja vorallem mit Russland.
Im so sorry. Are you alright? Die kann hoffentlich englisch,wenn die schon kein Deutsch kann,denkt Lotti
/un Kein echter Rassismus meinerseits,ich hab für sowas nichts übrig. Manche meiner Charaktere aber schon,daher ist Lotti anderen “Nicht-West Europäischen-Kulturen” gegenüber etwas voreingenommen. Auch wenn sie das nie zugeben würde.
Sybi sieht aus der Entfernung mit klaffenden Mund und hochgedrehtem Voyeurismus zu, sie hätte wirklich gedacht, dass es an der Schalnge damit endet, dass das Klarinettenmädchen dem Hockey-Spieler ihre Nummer geben soll.