Es ist sehr früher morgen und Lotti freut sich,trotz ihrer Müdigkeit,dass sie diesen Samstag nicht arbeiten muss(Manchmal lagen die Schichten da sehr ungünstig) und heute endlich das lang ersehnte Event besuchen kann. Sie sitzt hinten mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater im Auto,die ihr Gegenüber sitzen,während ihr Fahrer Emil sich durch den Verkehr auf dem Weg zur Otto-Von-Bismarck-Kaserne in Brandau(Einem kleinen Ort in der Nähe von Stadt) wurstelt. Sie kann es kaum erwarten,vorallem da sie dank ihrer Mutter an Orte darf,die selbst den Beuchern verwährt sind. Und setzt sitzt sie,ein lächeln auf den Lippen,in Flecktarn Uniform ihrer Mutter gegenüber,die ihre Paradeuniform trägt.
Worauf freust du dich am meisten? fragt ihre Mutter sie mit einem Lächeln,wobei sie ihren strengen Gesichtsausdruck beibehält.
Hmm,ich glaub aufs KSK .sagt Lotti und lächelt zurück. Ich hab gehört die simulieren heute einen Zugriff und das muss ich sehn. Und Elitesoldaten sind heiß,denkt sie,traut sich aber nicht,diesen Gedanken laut zu äußern,besonders nicht,wenn ihr Stiefvater mit ihr im selben Auto sitzt.
Der Wagen nähert sich der Kaserne und wird nach kurzer Überprüfung und ein wenig Geschimpfe seitens ihrer Mutter druchgelassen,schließlich habe sie sich ja angemeldet. Lotti ist dieser kurze Ausbruch ihrer Mutter ein bisschen peinlich,aber wahrscheinlich muss man so drauf sein,wenn man Kommandeurin des Heeres ist. Kurze Zeit später steigen die drei aus und werden vom Kasernenkommandanten uns einigen Soldaten begrüßt,die allesamt salutieren. Ihre Mutter widmet sich mit strengem Blick den Formalitäten,während sie Lotti wegschickt mit den Worten sie dürfe sich(wie immer) einmal umsehn. Das lässt Lotti sich nicht zweimal sagen und geht zügig aus dem Gebäude,um den Soldaten bei den allerletzten Vorbereitungen zuzusehn,bevor in knapp einer halben Stunde,um Punkt neun Uhr die Kaserne ihre Pforten für Besucher eröffnet.
/un Sorry,war unangekündigt ein paar Tage off,daher gabs dann doch keine Schlägerei. Aber immerhin ist mir ein Grund eingefallen,wie ich Lotti und ihre Mudda noch einmal nach Hausen(oder in die Nähe davon) bringen kann. Wenn ihr spawnt,dann bitte nur zu den Besucherzeiten,es sei denn,ihr haltet einen Rang innerhalb der Bundeswehr inne und seid dort stationiert,oder euer Besuch ist angemeldet
Anton schlendert mit einem Käsespieß in der Hand über das Militärgelände. Zwischen Uniformen, Fahrzeugen und Ausrüstung wirkt sein dunkelblauer Anzug beinahe fehl am Platz. Ihn scheint das nicht zu stören. Eher umgekehrt. Das Interesse an der Veranstaltung allerdings hält sich sichtbar in Grenzen
Steht in der Menge und quatscht gerade mit einem Soldaten,der eine neue Drohne vorstellt,als sie plötzlich diesen sonderbaren Mann in der Menge erblickt. Er fällt ihr sofort auf. Für einen kurzen Augenblick dachte sie,es sei einfach jemand in Marine- oder Fliegeruniform,aber der Mann trägt nur einen blauen Anzug und sieht irgendwie fehl am Platz aus zwischen all den Besuchern und Soldaten,die wild umherwuseln. Aber Lotti kann nicht den Blick von ihm lassen. Irgendwie kommt er ihr bekannt vor,doch woher? Lotti versucht sich daran zu erinnern,wo sie diesen sonderbaren Mann schonmal gesehn hat,da schießt ihr plötzlich eine Erinnerung durch den Kopf: Ihre Mutter,die am spät Abends am großen Küchentisch sitzt,lachend und mit einem Glas Wein in der Hand,während ihr dieser Mann gegenüber saß und ebenfalls ganz zufrieden dreinblickte,als würden die beiden sich gut kennen. Und dann sie selbst,wie sie aus dem Bett gestiegen ist,weil sie nicht schlafen konnte. Ihre Mutter sah sie an,fragte sie,was sie denn so spät noch hier unten mache und sie wieder zurück ins Bett brachte.
Plötzlich ist es,als ginge Lotti ein Licht auf. Natürlich kannte sie den Mann,wie konnte sie auch so blöd sein,ihn nicht zu erkennen. Der Käsemann,wie sie ihn mit 6 Jahren getauft hatte. Anton oder so hieß der,Mutter und er kannten sich schon länger und waren befreundet. Es kommt Lotti wie eine Ewigkeit vor,dass dieser Mann zu Besuch war,wobei sein letzter Besuch erst zwei Jahre her ist.
Sie lächelt einmal,winkt und ruft Anton zu. Sie hofft,dass er sie auch erkennt,schließlich war sie bei ihrem letzten Treffen etwas jünger und hatte keine Flecktarn-Uniform und Feldmütze an.
/un Ist das ok so? Ich wollt mich jetzt nicht in deinen Charakter einmischen. Wir hatten zwar Mal darüber gesprochen,dass die beiden sich kennen,aber ich hab mir jetzt ja hier Sachen überlegt,ohne dich zu fragen.
guckt mit Papa Panzer an yooooooooo
Lotti sieht ebenfalls dabei zu,wie der Panzer gerade einen Kombi überfährt,als sie plötzlich Luis und seinen Vater erblickt. Sie hofft,dass keiner der beiden sie erkennt. Nachher sagen die dann noch Papa Bescheid,dass ich hier bin,dann ruft der mich wieder an und quatscht mich voll,dass er mich vermisst und ich ihn doch wieder besuchen kommen soll,wo es doch gerade sein Einfluss ist,der mich erst in den ganzen Schlamassel gebracht hat. Und doch muss Lotti zugeben,dass sie ihren Vater sehr vermisst. Genau wie dieses Dorf und seine komischen,aber lieben Bewohner. Der Gedanke an all das schmerzt und Lotti fühlt einen altbekannten Kummer in sich aufsteigen,den sie über die letzten Wochen so gut es ging verdrängt hat.
Blos weg hier! denkt sie und geht schnell davon,in der Hoffnung dem Blick der Hausener zu entkommen.
Martin ist mit seiner Familie da und erzählt gerade stolz seinen Kindern von seinem Wehrdienst,als diese an alter Bundeswehr-ausrüstung vorbeikommen.
Dass da waren die Uniformen,die wir damals getragen haben. Und diesen Rucksack da,den hatten wir auch. Die Dinger waren sau schwer,aber euer Papa konnte den damals noch recht gut tragen. Oh,und das da hinten war damals unsere Dienstwaffe.Er watschelt zu einem Stand rüber,wo einige Waffen der Bundeswehr präsentiert werden. Seine Tochter scheint sehr gelangweilt von alldem,während der Sohn zumindest Interesse an Kriegsgerät zeigt. Das lange Ding mein ich,das G3. Das war noch ein richtiger Brocken und nicht so ein Plastikteil wie das G36. Und das hatte auch nen ordentlichen Kaliber,im Gegensatz zum G36,mit dem kannst du ja nur anklopfen.
Martin quatscht weiter und lässt dabei aus,dass er nur die Grundsausbildung gemacht hat und danach nur noch für die Bundeswehr LKW gefahren ist. Aber zumindest klingt er,als wüsste er alles über Truppe und wieviel besser die früher waren. Seine Tochter hört ihm schon gar nicht mehr zu,während sein Sohn einigermaßen interessiert lauscht und seine Frau etwas traurig oder besorgt dreinschaut.
Lotti beobachtet die Familie für einen Augenblick und fragt sich echt,was mit manchen Leuten falsch ist. Aber amüsant ist es trotzdem.
Aus dem Augenwinkel erblickt der ca. 12 Jährige Sohn Lotti und starrt sie jetzt direkt an. Boah,ist die hübsch! Der Junge starrt Lotti nur blöd an,und löst den Blick nur,als seine Mutter ihn weiterzehrt,da sie jetz alle weiter zu den Panzern wollen. Der Junge schaut ihr noch einmal nach und hofft,sie irgendwann jemals nochmal wiedersehn zu können. Auch dann noch,als seine Schwester seinem Blick folgt und ihn dann anstarrt. Sie schaut sichtlich amüsiert drein,lacht und zieht eine dumme Grimasse in seine Richtung,als würde sie ihn nachäffen. Sofort wird der Junge wütend und versucht nach ihr zu treten,aber die Mutter zieht ihn geradenoch reichtzeitig zurück und schimpft mit den beiden Kindern auf russisch.
/un Sorry,mir war langweilig
Betrachtet das Schauspiel mit einer Mischung aus Abneigung und Interesse,wei wenn man das Nachmittagsprogramm auf RTL anmacht
Patrick schlendert etwas missmutig über das Kasernengelände. Seitdem er das letzte Mal in einer Kaserne war,sind die Erinnerungen an seine Dienstzeit nicht mehr so rosig. Doch während er so missmutig durch die Gegend stapft,fällt ihm plötzlich ein weiterer Stand auf,ein paar Meter von den Panzern entfernt,auf die man heute draufklettern kann. An dem Stand hat sich eine längere Schlange gebildet,man sieht einige Eltern mit ihren Kindern,ein paar Teenager,sowie junge Erwachsene. Mann kann dort mal die Ausrüstung der Bundeswehr und ein blaues Übungsgewehr tragen,sich Tarnschminke ins Gesicht schmieren lassen und sich von Eltern und Freunden dabei fotografieren lassen.
Er sieht ein kleines Mädchen von ungefähr 6 oder7 mit Helm,Schutzweste,Rucksack und Gewehr dort stehen,mit Tarnschminke im Gesicht,während die beiden Eltern lächelnd Fotos machen,während das kleine Mädchen lächelnd mit dem Gewehr ziehlt. Vor seinem Geistigen Auge sieht Patrick Lotti mit 7 Jahren,in voller Montur und mit einem echten G36 in der Hand,die ihn anlächelt und ihm zuwinkt,ehe sie sich mit freudigem Blick ins Gefecht wirft. Patrick läuft es bei der Vorstellung eiskalt den Rücken runter. Kein Kind sollte mit diesem Thema etwas zu tun haben!
Am liebsten würde er zu den bescheuerten Eltern hinlaufen und sie anschreien,was denn in sie gefahren wäre,ihre Kinder so darzustellen,ihnen eine solche Welt vorleben,aber Patrick schluckt wütend seinen Groll herunter,schleißlich sind hier ja dutzende Familien mit ihren Kindern.
Wat is nur ausser Welt jeworden,he sagt er leise zu sich selbst. Seit seinem eigenen Kriegsdienst sieht er vieles mit anderen Augen.





