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    20 hours ago

    Es fällt dieser Tage sehr stark auf: für den gewohnten Lebensstil wie Arbeiten Radeln und Feiern zur gewohnten Zeit werden Gesundheit und Leben aufs Spiel gesetzt. Teilweise aus Gewohnheit, teilweise wegen Unwissenheit und schlechter Planung. Teilweise einfach aus Sturheit.

    Seit Jahren in Südeuropa ohne Klimaanlage unterwegs, habe ich bestimmte Verhaltensweisen nun endlich internalisiert. Bei 45°draußen zwischen 12 und 17 Uhr herumzulaufen oder gar zu arbeiten ist lebensgefährlich, also lasse ich es und halte Siesta. Im Garten stehe ich sommers nur zwischen 6 und 11 Uhr morgens. Fensterläden und Türen werden je nach Sonneneinfall und Wind streng kontrolliert. Zu bestimmten Tageszeiten kann man sich in bestimmten Räumen halt nicht aufhalten. Inzwischen habe ich auch ein Bett im Kartoffelkeller, wenn es wirklich schlimm wird. Die Idee, zur Mittagszeit am Strand in der Sonne zu sitzen oder Berge zu bewandern, wie es manche Touristen tun, ist einfach nur absurd für mich.

    Die ersten Jahre war es schwer und Gewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen, aber die Temperaturen erfordern auf jeden Fall ein Umdenken, persönlich und auch öffentlich. Vor allem sollte klar sein, dass es gar nicht mehr möglich ist, mit Volldampf produktiv zu sein und dass alles so schnell geht wie zuvor. Da unsere Produktivität die Klimakrise ja verschärft sind wir doppelt angehalten, endlich mal langsamer zu machen und mehr zu entspannen.